Graz, Hauptplatz, Uhrturm
ORF.at/Christian Öser
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Coronavirus

CoV: Graz reduziert Gebühren und erlässt Mietzins

Die Stadt Graz hat wegen der Coronavirus-Auswirkungen ein „erstes kommunales Soforthilfe-Wirtschaftspaket“ über drei Mio. Euro geschnürt: Mietzins in öffentlichen Gebäuden wird erlassen, Abgaben und Gebühren werden reduziert.

Wie Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP), sein Stellvertreter Mario Eustacchio (FPÖ) und Finanzstadtrat Günter Riegler (ÖVP) am Dienstag via Aussendung informierten, sollen die Maßnahmen zur Entlastung der nun wegen des Coronavirus in Bedrängnis kommenden Unternehmen dienen.

„Schnelle und unbürokratische Hilfe“

„Die Gesundheit der Grazerinnen und Grazer steht über Allem. Dennoch trifft das Coronavirus auch Grazer Unternehmen, die in diesen unsicheren Zeiten schnelle und unbürokratische Hilfe benötigen. So greifen unsere Maßnahmen beginnend bei Grazer EPUs bis hin zu den Großbetrieben und decken von der Gastronomie über Handel bis hin zum produzierenden Gewerbe die unterschiedlichsten Sparten ab“, so Nagl.

Keine Nutzungsgebühren für Gastgärten

Das Paket umfasst elf Punkte: Unter anderem werden bis Jahresende keine Nutzungsgebühren für Gastgärten eingehoben, bereits eingezahlte Beiträge werden den Gastronomen rückerstattet – die Maßnahme wird die Stadt rund 600.000 Euro kosten. Von den Schließungen betroffene Grazer Unternehmen müssen bis Jahresende 20 Prozent weniger für Wasser bezahlen (700.000 Euro).

Notfonds der Energie Graz

Die Energie Graz richtet einen Notfonds ein, um Unternehmen mit Zahlungsschwierigkeiten zu helfen, außerdem finden bei Zahlungsverzug keine Stromabschaltungen statt. Im Fördertopf der Energie Graz stehen 200.000 Euro zur Verfügung.

Weiters entfallen bis Jahresende alle Nutzungsentgelte für Veranstaltungen im öffentlichen Raum, wer schon bezahlt hat, bekommt die Summe rückerstattet (150.000 Euro). Die Standgebühren bei Bauernmärkten werden für die kommenden beiden Monate ausgesetzt (300.000 Euro).

Mietzins wird erlassen

Unternehmen, die von den Auswirkungen des Coronavirus stark betroffen und in städtischen Objekten eingemietet sind, wird die Miete für die Dauer der Verkehrsbeschränkung erlassen (400.000 Euro). Die Stadt Graz appelliert auch an andere Vermieter, „sich mit den Grazer Unternehmen in dieser Ausnahmesituation solidarisch zu zeigen und den Mietzins zu reduzieren oder ebenfalls zu erlassen“.

Kampagne zur Stärkung des Einzelhandels

Zur Stärkung des Einzelhandels wird eine Kampagne um rund 80.000 Euro gestartet, die die Grazer Bevölkerung dafür sensibilisieren soll, erst nach der Wiedereröffnung der Geschäfte bei Händlern in Graz einzukaufen. Damit Grazer Wirtschaftstreibende weiter liquide bleiben, wird allen Unternehmen, die eine Mietförderung der Stadt Graz bewilligt bekamen, die bis zum Jahr 2020 zugesagte Fördersumme sofort ausbezahlt (300.000 Euro).

Unternehmer, die die Coworking-Space-Förderung der Stadt Graz erhalten, wird die zugesagte Fördersumme für das Jahr 2020 ebenfalls umgehend ausbezahlt – da in Coworking-Spaces vermehrt Einzelunternehmer eingemietet sind, unterstütze diese Maßnahme vor allem die Erhaltung der Liquidität bei Grazer EPU (120.000 Euro).

Service-Hotline eingerichtet

Bereits am Montag wurde mitgeteilt, dass die Parkgebühren vorerst in der Stadt entfallen und auch im öffentlichen Verkehr keine Ticketkontrollen stattfinden – mehr dazu in Grazer Kurzparkzonen nicht mehr überwacht. Eine eigens eingerichtete Corona Service-Hotline der Abteilung für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung soll speziell Grazer Unternehmen Auskunft über Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten geben – die Hotline ist rund um die Uhr besetzt und unter den Nummern 0316/872-4804 oder 0664/608724884 erreichbar.