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Verlag Anton Pustet
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Coronavirus

„Zweitwohnsitztouristen“ ärgern Ausseerland

Eine Handvoll Bürgermeister im Ausseerland beschwerte sich über die vermehrte Ankunft von „Touristen“ mit Zweitwohnsitz rund um Bad Aussee. Das Land stellt nun klar: Fahrten zum Zweitwohnsitz sind erlaubt.

Ein Brief mit der Unterschrift von vier Bürgermeistern aus dem Ausseerland hat am Samstag auf Social Media-Kanälen die Runde gemacht. Darin beklagen die Ortschefs der Gemeinden Altaussee, Bad Mitterndorf, Bad Aussee und Grundlsee die vermehrte Ankunft von Personen aus anderen steirischen Bezirken oder gar aus anderen Bundesländern.

Noch mehr Ansturm zu Ostern befürchtet

Man habe mit großer Besorgnis festgestellt, so heißt es, „dass sich vermehrt Zweitwohnungsbesitzer und Tagestouristen im Steirischen Salzkammergut aufhalten“. Dies könne aufgrund der Autokennzeichen festgestellt werden. „Im Hinblick auf die bevorstehenden Osterfeiertage befürchten wir einen noch größeren Anstieg des Zweitwohnungs- und Tagestourismus.“ Diese „Gäste“ würden sich den örtlichen Vorgaben und den Anordnungen der Bundesregierung widersetzen, lautet die Kritik.

Man fordere daher, ähnlich dem Tiroler Modell, den „Übertritt von Gemeindegrenzen“ nur mehr aus den bekannten Gründen zu erlauben: „Zweitwohnungsbesitzer müssen sich entscheiden, ob sie diese Krise an ihrem Haupt- oder Zweitwohnsitz durchstehen wollen.“

Fahrt zu Zweitwohnsitz derzeit erlaubt

Landesamtsdirektor Helmut Hirt verweist am Samstag, auf Anfrage des ORF Steiermark, auf die Anordnungen der Bundesregierung. Demnach sei es derzeit erlaubt, zum Zweitwohnsitz zu fahren. Die Gemeinden könnten aber selbst ortspolizeiliche Verordnungen erlassen – beispielsweise, um Parkplätze von beliebten Ausflugszielen zu sperren. Für das Land sei die Sache damit erledigt.

Altausseer Bürgermeister rudert zurück

Der Bürgermeister von Altaussee, Gerald Loitzl, ruderte indessen am Samstag zurück und meinte zu dem Schreiben gegenüber der APA, es sei wohl nicht glücklich formuliert gewesen: „Da hätten wir wohl noch ein bisschen nachdenken müssen, das ist in die Hose gegangen.“ Es sei auch nicht vorgesehen gewesen, dass der Brief an die Öffentlichkeit gelange, betonte Loitzl. Sinn und Zweck sei es auch nicht gewesen, zusätzliche Verbote zu fordern.

Auslöser des Briefes sei vielmehr der Unmut in der einheimischen Bevölkerung gewesen. Diese müsste daheimbleiben und würde nicht einsehen, warum andere quasi auf Urlaub fahren könnten. Loitzl betonte aber, es gebe im Ausseerland keine Missstimmung zwischen Einheimischen und Zweitwohnsitzbesitzern.