Krankenhausbett wird geschoben
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Coronavirus

Spitäler: Langsam zurück zu Normalbetrieb

Nach Teilen der Wirtschaft sollen jetzt auch die heimischen Spitäler schrittweise wieder hochgefahren werden. In den steirischen Alters- und Pflegeheimen rüstet man sich indes für flächendeckende Coronatests.

Dank der stabilen Entwicklung bei den Zahlen der Corona-Infizierten, arbeite man jetzt intensiv an den Vorbereitungen für eine neue Art von „Normalbetrieb“ in den Krankenhäusern, heißt es seitens der Krankananstaltengesellschaft KAGES.

Covid Tests in Alters- und Pflegeheimen

Alle Bewohner und Mitarbeiter in Alters- und Pflegeheimen sollen auf COVID-19 getestet werden, das hat Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Donnerstag bekannt gegeben. Die letzten Wochen hätten gezeigt, dass Alters- und Pflegeheime die Bereiche mit den größten Risiken seien.

Bei der Volkshilfe begrüßt man diesen Schritt, sagt Geschäftsführer Franz Ferner, weil es eine große Anzahl an Menschen gebe, die asymptomatisch seien. Das heißt, sie hätten weder Fieber, noch Husten, noch Grippe und könnten trotzdem COVID-19 positiv sein. Mit dieser Volltestung erfahre man nun wie es wirklich in den Pflegeheimen aussehe, so Ferner.

Spitäler zurück zu „Normalbetrieb“

In den heimischen Spitälern arbeitet man indes an den Vorbereitungen für eine neue Art von „Normalbetrieb“. Denn derzeit werden nur Notfälle behandelt, sagt KAGES Sprecher Reinhard Marczik. „Sie müssen sich vorstellen, dass in allen steirischen Landeskrankenhäusern, jeden Tag tausende Behandlungen, Vor- und Nachsorgetermine, Operationen, etc. abgesagt wurden.“ Im Vergleich dazu seien derzeit steiermarkweit aber nur 20 Intensivbetten mit COVID-19-Patienten belegt, so Marczik.

Neue Logistik notwendig

Das langsame Wiederhochfahren der Spitäler erfordere jedoch enorme Logistik. „Es geht dann darum, dass wir unsere Wartebereiche neu regeln und neu denken müssen. Wir müssen die Terminvergabe und die Termindisziplin auf beiden Seiten, auf Patienten- und auf unserer Seite, neu denken. Wir müssen natürlich auch schauen, was heißt das für den Bedarf an Schutzkleidung.“

Es gehe auch um die Personalsituation. Was bedeute das für die Dienstzeiten, wenn es jetzt darum gehe, dass dieser große Berg an verschobenen Behandlungen nachgeholt werden müsse. Die Patienten würden immerhin dringend darauf warten. Wann die „neue Art von Normalbetrieb“ konkret los gehen könnte, kann Reinhard Marczik derzeit noch nicht abschätzen. Derzeit würden alle erforderlichen Maßnahmen ausgearbeitet und geprüft.