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Getty Images/ EyeEm/Tascha Rassadornyindee
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Wirtschaft

CoV: WK für Neuauflage des Handwerkerbonus

Die WK Steiermark will den Handwerkerbonus wiederbeleben und fordert von der Bundesregierung auch eine befristete Erhöhung bei der Schwellenwertverordnung: Die Grenze für Direktvergaben soll von 100.000 auf 300.000 Euro angehoben werden.

Außerdem soll beim nicht offenen Verfahren ohne vorherige Bekanntmachung die Grenze von 1 Million auf 3 Millionen Euro erhöht werden.

Herk erwartet „wichtige Impulse“

Wirtschaftskammerpräsident Josef Herk erwartet sich dadurch „wichtige Impulse für die regionale Wirtschaft“, wie er am Mittwoch in einer Pressekonferenz in Graz sagte. Zudem würden die von der Regierung bereitgestellten Hilfsgelder – insgesamt 1 Milliarde Euro für Gemeinden, allerdings nur, wenn sie selbst 50 Prozent der Investitionskosten aufbringen können – dadurch auch schnell und zielführend umgesetzt werden.

Der Handwerkerbonus würde speziell das Gewerbe stärken und Herk kann sich den Bonus nicht nur für Sanierungen sondern auch für Reparaturen vorstellen. Dieser sieht vor, dass man sich 25 Prozent der Arbeitskosten bis maximal 5.000 Euro abholen kann.

Beispiele Fürstenfeld und Trofaiach

Franz Jost (ÖVP), Bürgermeister der Stadt Fürstenfeld, schilderte, dass in seiner Gemeinde Investitionen in der Höhe von rund 7 MiLlionen Euro im Jahr 2020 geplant waren. Da er nun aber mit 1,5 bis 2 Millionen Euro weniger Ertraganteilen und geringerer Kommunalsteuer rechnen müsse, werde überlegt, welche Baumaßnahmen in das kommende Jahr verlegt würden. Von der einen Milliarde der Hilfsgelder kann sich Fürstenfeld gut 900.000 Euro abholen. Jost forderte mehr Flexibilität sowie raschere und unbürokratischere Vergaben – deshalb hoffe er auf die Erhöhung des Schwellenwerts.

Mario Abl (SPÖ), Bürgermeister der Stadt Trofaiach, betonte, dass die Hilfsgelder nicht von allen Gemeinden in Anspruch genommen werden können: „Jene, die selber nichts aufbringen können, bekommen nichts.“ Der Investitionszuschuss allein werde nicht helfen. Es brauche ein zusätzliches Paket, so Abl. In seiner Gemeinde sollen die 2,5 Millionen Euro an geplanten Investitionen 2020 trotz Coronakrise stattfinden. Knapp 1,2 Millionen Euro könne sich die Stadt vom Bund holen, der Rest der Budgetlücke müsse mit Rücklagen ausgeglichen werden. Das sei allerdings nur heuer möglich. Wie man 2021 oder 2022 vorgehen werde, sei noch offen.

Kammer muss mit Beitragseinbußen rechnen

Nicht nur die Gemeinden müssen mit Einbußen rechnen: Der steirischen Wirtschaftskammer dürften 2020 wohl rund 12 Millionen Euro beispielsweise durch weniger Beiträge der Unternehmer entgehen. Herk sagte, dass man auf Rücklagen zurückgreife und Sparmaßnahmen durchführen werde. Im Bereich Bildung werde allerdings nicht gespart. Das „Center of Excellence“, das neue Lehr- und Werkstättenzentrum am Wifi-Campus in Graz um rund 33 Millionen Euro, werde jedenfalls gebaut.