Zelte und Flüchtlinge im bosnischen Flüchtlingslager Bihac
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Soziales

Caritas: Mehr Hilfe für Flüchtlinge in Not

Derzeit sind laut UNO weltweit rund 80 Millionen Menschen auf der Flucht. Die Caritas fürchtet eine Verschlechterung der Situation aufgrund der CoV-Krise und spricht sich zum Weltflüchtlingstag am Samstag für mehr wirtschaftliche Hilfe aus.

Die Auswirkungen der CoV-Pandemie könnten weltweit zu einem massiven Anstieg von Flüchtlingen führen, sagt der steirische Caritas-Präsident Herbert Beiglböck: „Die Pandemie wird bestehende soziale Spannungen und Ungleichheiten weiter verschärfen, die Pandemie wird möglicherweise auch Gewaltsituationen verschärfen.“

Dadurch würde sich gleichzeitig der Druck auf Fluchtbewegungen verschärfen – Menschen würden vermehrt ein besseres Leben suchen. Daher brauche es Versuche auf allen Ebenen, um die Situation zu mildern und zu verbessern, fordert Beiglböck.

Flucht durch wirtschaftliche Hilfe vermeiden

Besonders wichtig sei hier, dass vermehrt Hilfe in die Herkunftsländern der Betroffenen komme, so Beiglböck: „Jede Flucht, die vermieden werden kann, ist besser als eine gute Unterbringung, und da braucht es wirtschaftliche Unterstützung, da braucht es Ernährungsprogramme, da braucht es auch Bildungsprogramme, so dass die Menschen spüren: Dort, wo ich zu Hause bin, gibt es Zukunft, und dort habe ich ein halbwegs gesichertes Leben.“

Man dürfe aber nicht auf diejenigen vergessen, die bereits auf der Flucht seien, denn wir in Österreich seien sehr gut durch die Pandemie gekommen und sollten uns dafür dankbar zeigen, so Beiglböck: „Wir haben allen Grund, dankbar dafür zu sein, dass das so gut gelungen ist, und es ist eine alte Tradition der Kirchen, dass man versucht, Dankbarkeit auch so auszudrücken, dass man gute Taten setzt und jenen, denen es schlechter geht, hilft.“

Zusätzliche Unterbringung und Aufnahme

Eine gute Tat wäre laut Beiglböck etwa, zusätzliche Menschen aufzunehmen: „Ich habe einmal vorgeschlagen, dass wir je 100 Gesunden einen Flüchtling aufnehmen.“ Auch zahlreiche andere österreichische Flüchtlingsorganisationen rufen dazu auf, Flüchtlinge, die durch die Pandemie, etwa auf den griechischen Inseln, festsitzen, in EU-Ländern unterzubringen.