Hauptquartier von Wirecard in Deutschland
AFP/Christof Stache
AFP/Christof Stache
Wirtschaft

Grazer Wirecard-Tochter insolvent

Die Wirecard Central Eastern Europe GmbH (WDCEE) – eine Tochter der deutschen Wirecard – mit Sitz in Graz musste am Freitag Insolvenz anmelden.

Die Firma hatte ihre Grazer Niederlassung im Neubauviertel Graz-Reininghaus erst seit kurzem bezogen. Betroffen sind rund 150 Dienstnehmer und 70 Gläubiger, wie von den Kreditschützern AKV, KSV und Creditreform mitgeteilt wurde. Die Überschuldung beläuft sich auf rund 0,6 Mio. Euro. Eine Fortführung sei laut AKV offenbar nicht angedacht.

Kein Mittelzufluss vom Mutterkonzern zu erwarten

Grund der Insolvenz ist laut der Grazer Wirecard die aktuelle Entwicklung innerhalb des Konzerns, vor allem der beiden größten Schuldnerinnen der Wirecard Central Eastern Europe GmbH (WDCEE), konkret der Wirecard Technologies GmbH und der Wirecard AG. Aus heutiger Sicht sei kein Mittelzufluss für – ausschließlich das Geschäftsjahr 2020 betreffende – bereits von der WDCEE erbrachten und schon in Rechnung gestellte Dienstleistungen zu erwarten – die Forderungen dürften somit uneinbringlich sein. Darüber hinaus liege der Grazer Firma keine positive Fortführungszusage aus dem Wirecard Konzern vor.

„SZ“: Untreueermittlungen in Wirecard-Affäre

Im Skandal um fehlende Milliarden beim DAX-Konzern Wirecard ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ („SZ“) nun auch wegen Untreueverdachts gegen Ex-Vorstandschef Markus Braun und weitere Manager. Dabei geht es um den Vorwurf, dass dreistellige Millionensummen von Wirecard-Konten an Firmen in Asien und auf Mauritius flossen – mehr dazu in „SZ“: Untreueermittlungen in Wirecard-Affäre (news.ORF.at)