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Chronik

Spielfeld: Lange Wartezeit bei Grenze

Ab Montag gilt eine coronabedingte Reisewarnung für Kroatien. Der für Samstag befürchtete Ansturm an Rückreisenden blieb an den steirischen Grenzen zu Slowenien aus. Seit Sonntagnachmittag werden die Autoschlangen jedoch immer länger. Laut Asfinag ist mit einer Wartezeit von mehr als drei Stunden zu rechnen.

Ab Montag, 00:00 Uhr, gilt die Reisewarnung für Kroatien und damit ändert sich auch für die Beamten und Vertreter der Gesundheitsbehörde an den Grenzübergängen einiges. Dass die Reisewarnung viele Österreicher ernst nehmen zeigt der Rückreiseverkehr am Grenzübergang Spielfeld, der seit Mittag von Stunde zu Stunde mehr wurde.

Über drei Stunden Wartezeit in Spielfeld

Der Rückreiseverkehr aus Kroatien hat am Sonntag seit den Nachmittagsstunden an der Grenze zu Slowenien sukzessive zugenommen. Während die Wartezeit gegen 16.00 Uhr noch bei rund eineinhalb Stunden lag, sind die Heimreisenden laut Auskunft der Asfinag am Grenzübergang nach Spielfeld auf der Pyhrnautobahn (A9) um 17.30 Uhr bereits mehr als drei Stunden im Stau gestanden. Damit dürfte der Höhepunkt an Wartezeit auch schon erreicht sein, schätzten Experten der Asfinag die Situation ein.

Laut Schätzungen der Landespolizei sind die Hälfte der Heimreisenden Österreicher. Vonseiten der Asfinag geht man davon aus, dass der Stau nicht mehr weiter anwachsen werde, da das Verkehrsaufkommen von Kroatien nach Slowenien bereits deutlich nachgelassen habe.

Ohne PCR-Test: Zehntägige Quarantäne

Nach der Einstufung von Kroatien als Risikoland muss bei der Einreise nach Österreich ein ärztliches Gesundheitszeugnis vorgelegt werden, welches einen negativen PCR-Test bestätigt, der nicht länger als 72 Stunden zurückliegen darf.

Wer keinen negativen PCR-Test vorweisen kann, wird rausgewunken, schildert Manfred Walch, Bezirkshauptmann von Leibnitz und Leiter der zuständigen Gesundheitsbehörde: „Man unterschreibt eine Verpflichtungserklärung, dass man sich in eine zehntägige Quarantäne in seinem Aufenthalts- oder Wohnsitz begibt. Diese Verpflichtungserklärungen, die eigenhändig von den Einreisenden zu unterschreiben sind, werden von uns täglich eingescannt und an die Wohnsitzbehörden verschickt.“

Die Kontrollen werden Hand in Hand mit den Grenzbeamten durchgeführt, so Walch. Auch Soldaten sind für die Gesundheitsbehörde im Assistenzeinsatz. Mit einem enormen Verkehrsaufkommen aufgrund der Reisewarnung rechne Walch nicht: „Ich gehe einmal davon aus, dass einige Österreicher die Reise nach Kroatien nicht antreten werden und vom Rückreiseverkehr erwarte ich mir nicht unbedingt eine große Steigerung in den nächsten Tagen.“

Bundesregierung für verstärkte Kontrollen

Für flächendeckendere Grenzkontrollen sprach sich am Samstag Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) aus – mehr dazu in Kurz fordert strengere Grenzkontrollen (news.orf.at). Und auch Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) fordert mehr Gesundheitspersonal an den Grenzen, um effizientere Kontrollen von heim- bzw. durchreisenden Urlaubern durchführen zu können.

Denn von 800.000 polizeilichen Kontrollen seit Anfang August seien 150.000 davon ohne Gesundheitsbehörde durchgeführt worden. Laut Innenminister könnte die Polizei jederzeit ihr Personal aufstocken. Beamte aus anderen Bundesländern und auch Polizeischüler im zweiten Ausbildungsjahr stünden bereit.

Bis 21. August 2020 kann man sich beim Gesundheitstelefon unter der Nummer 1450 für das Screening anmelden.

Gratis Coronatests für Reiserückkehrer

Aufgrund der stark steigenden Infektionszahlen bei Reiserückkehrern aus Kroatien haben sich das Gesundheitsministerium und die Bundesländer darauf verständigt, dass sich Personen, die im Zeitraum von 7. bis 16. August 2020 von Kroatien nach Österreich zurückgekehrt sind, freiwillig und unentgeltlich einem Screening unterziehen können. Es müssen keine Symptome einer Covid-19 Infektion vorliegen, um einen Test in Anspruch nehmen zu können.

„Diese wichtige Maßnahme dient dazu, Änderungen in der Gesamtentwicklung – insbesondere im Hinblick auf steigende Neuinfektionen von Reiserückkehrern – noch genauer zu beobachten, um im Bedarfsfall sofort darauf reagieren zu können", sagt Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP). Sie appelliert an alle Rückreisende, das Angebot in Anspruch zu nehmen, um weitere Ansteckungen vermeiden zu können.