steirischer herbst 2020
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Kultur

Steirischer herbst heuer über „Paranoia TV“

Der steirische herbst wird in diesem Jahr vorwiegend online konsumierbar sein: „Paranoia TV“ heißt das Programm, das ersonnen wurde, um trotz Pandemie das Festival durchführen zu können. Dennoch soll es auch einige Live-Performances geben, hieß es.

„Die Planung war weit fortgeschritten, dann haben wir im April ein ganz anderes Festival beschlossen“, erzählte herbst-Intendantin Ekaterina Degot bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Trotzdem „haben wir internationale Künstler für die Zusammenarbeit gewonnen“, freute sich Degot.

„Keine reduzierte Version“

Das Programm wird nun großteils digital geboten: Über „Paranoia TV“ kann man unterschiedliche Formate erleben, aber auch Gespräche mit Künstlerinnen und Künstlern. „Das ist keine Notlösung, das ist auch keine reduzierte Version“, so die Intendantin. Man möchte trotz eingeschränkter Besucherzahlen möglichst vielen Menschen die Möglichkeit geben, am herbst-Programm teilzunehmen.

Dieses Prinzip prägt bereits die Eröffnung am 24. September, wenn die Rede Degots einerseits im Freien vor dem Orpheum stattfindet, andererseits aber auf 100 Bildschirmen in der Grazer Innenstadt übertragen wird.

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Die Onlinepremieren finden auf www.paranoia-tv.com und der Paranoia-TV-App während der gesamten Festivaldauer statt.

Anschließend gibt es eine Verschmelzung von Hörspiel und Performance des slowenischen Künstlers Janez Jansa. Dabei werden die Besucher in Taxis durch die Stadt fahren und einem fiktiven EM-Finalspiel zwischen Deutschland und Schweden lauschen. Es geht dabei um Spielzüge, Einblicke in den Fußballmarkt, aber auch das utopische und emanzipatorische Potenzial der Krise.

Passfoto einmal anders und ein Malbuch für Erwachsene

Eine andere – zugängliche – Aktion ist die Installation „Photoautomat“ von Akinbode Akinbiyi am Eisernen Tor, wo Passanten Passfotos von sich machen können. Der Automat gibt dann aber völlig andere Bilder aus, und zwar von Berlin während des Lockdowns. Ein Stück weiter, am Burgring, gestaltet Vadim Fishkin den Dialog zwischen zwei Straßenlaternen. Bei „Dictionary of Imaginary Places“ flüstern sich die Laternen Namen von Städten oder Ländern aus der Welt der Literatur zu.

Etwas Besonderes ist auch Roee Rosens Malbuch für Erwachsene mit dem Titel „Lucy ist krank“. Es wird während der Festivaldauer an Patienten und Personal des Grazer LKH ausgegeben. In dem Buch reflektiert Rosen über Entdeckungslust und Krankheit. Eher ungewöhnlich ist auch der Ort, den Lawrence Abu Hamdan für seine Klanginstallation „A Convention of Tiny Moments“ gewählt hat: Zu hören ist sie bei den Spar-Filialen in der Sackstraße und am Hauptbahnhof.

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Ein Film widmet sich etwa – ganz im Zeichen der Coronavirus-Pandemie – dem Händewaschen.

Auch einige Live-Performances

Zu sehen sind unter anderem eigene Serien wie Ingo Niemanns „Deutsch-Süd-Ost“, gelesen von Mavie Hörbiger. Im Literaturhaus findet ein eigenes Festival unter dem Titel „Out of Joint“ statt. Über ein aus den Fugen geratenes Leben werden die Philosophen Robert Pfaller und Konrad Paul Liessmann sowie Autorinnen und Autoren wie Kathrin Röggla, Judith Schalansky und Clemens J. Setz sprechen.

Kooperationen gibt es außerdem unter anderem mit dem Forum Stadtpark, dem Künstlerhaus, der Halle für Kunst & Medien, dem Kunstverein und dem Kunsthaus. Der steirische herbst findet von 24. September bis 18. Oktober statt.