CoV-Denkmal von Wolfgang Becksteiner
Wolfgang Becksteiner
Wolfgang Becksteiner
Kultur

Drei Coronavirus-Denkmäler für die Steiermark

Im Frühjahr 2021 werden in Graz und zwei weiteren Orten in der Steiermark Coronavirus-Denkmäler enthüllt. Eine entsprechende Ausschreibung haben die Künstler Wolfgang Becksteiner, Werner Reiterer und Michael Schuster gewonnen.

Die drei Künstler haben den vom Land Steiermark und dem Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark am Universalmuseum Joanneum ausgeschriebenen Wettbewerb um die Gestaltung von Skulpturen in Reflexion auf die Coronavirus-Pandemie und ihre Auswirkungen gewonnen.

Insgesamt gab es rund 300 Einreichungen von 220 Künstlerinnen und Künstlern mit Steiermark-Bezug. Eine siebenköpfige Jury wählte die drei Sieger Wolfgang Becksteiner, Werner Reiterer und Michael Schuster aus. Die Entscheidung sei „aufgrund der hoch- und annähernd gleichwertigen Arbeiten der Künstlerinnen und Künstler“ sehr schwierig gewesen, hieß es seitens des Landes.

Distanz und Nähe – zwei parallele Betonwände

Becksteiners künstlerische Arbeit „Distanzierte Nähe“ setzt dem vorgeschriebenen Abstand von einem Meter als Pandemiefaustregel das sprichwörtliche Denkmal: Zwei parallel zueinander aufgestellte Betonwände, die Distanz, Isolation und Einsamkeit zeigen – ebenso wie die steinerne Unbeweglichkeit des strengen Präventionsreglements. Die Innenseite des Betondenkmals ist aufgeraut und schwarz lackiert – hart und trist wie die Zeit der entbehrungsreichen Krise. Dennoch seien die beiden Enden der Arbeit offen – und machen so Hoffnung auf die Zeit nach der Krise.

Versinken einer tonnenschweren Kugel

Die Vielschichtigkeit der Arbeit Reiterers überzeugte die Jury ebenfalls: „Der langfristige Prozess des Versinkens einer tonnenschweren Kugel im Erdboden, der viele Jahrzehnte dauern wird, ist vergleichbar mit dem Eindringen eines gefährlichen Virus in die menschliche Zelle.“

Fotostrecke mit 3 Bildern

CoV-Denkmal von Werner Reiterer
Werner Reiterer
CoV-Denkmal von Werner Reiterer
CoV-Denkmal von Michael Schuster
Michael Schuster
CoV-Denkmal von Michael Schuster
CoV-Denkmal von Wolfgang Becksteiner
Wolfgang Becksteiner
CoV-Denkmal von Wolfgang Becksteiner

Dieses Verschwinden des CoV-Denkmals thematisiere auch das kollektive Vergessen einer Pandemie im Laufe der Zeit, ähnlich wie es bei der Spanischen Grippe 1918 der Fall war.

Risse, Spaltungen und Ungleichheiten

Mit seiner Arbeit „Covid-19 2020 – Cool down and Panic!“ setze schließlich auch Schuster ein unverwechselbares Zeichen. „Das Corona-Denkmal bildet mithilfe eines Lichtbetonsockels und eines mehrschichtig angelegten Spezialstahls die noch bestehende Krisensituation in ihrer Vielschichtigkeit und Zwiespältigkeit ab. Bedrohung und Zerbrechlichkeit unseres Lebens werden durch irritierend gesetzte Lichtsignale vermittelt. Damit will der Künstler Risse, Spaltungen und Ungleichheiten in der Gesellschaft und unserem Leben sichtbar machen.“

Die Denkmäler werden im Frühjahr 2021 in Graz und zwei weiteren Orten in der Steiermark – wo genau, steht noch nicht fest – enthüllt.