AW169M
APA/LEONARDO
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Politik

Heer: Leonardo mit Problem zum Start

Am Donnerstag hätte ein Hubschrauber des italienischen Herstellers Leonardo in Aigen im Ennstal landen sollen – wetterbedingt haben Behörden aus Italien das verhindert. Das österreichische Bundesheer schafft 18 dieser Maschinen an.

Es hätte die Präsentation einer Maschine des Typs AW169M am Donnerstag in Aigen im Ennstal werden sollen. Stattdessen heißt es vorerst „bitte warten“. Die Leonardo-Maschine konnte nicht wie geplant von Südtirol aus starten, weil das Wetter zu stürmisch war. Von diesem Modell hat werden zwölf Maschinen ab 2022 in Aigen stationiert sein.

Zur Sicherheit am Boden geblieben

Für einen militärischen Einsatz hätte man den Hubschrauber unter den windigen Bedingungen gestartet, für einen zivilen Zweck ist man zur Sicherheit am Boden geblieben, hieß es vom Bundesheer. Von den italienischen Behörden gab es wegen einer Sturmwarnung für den Raum Bozen keine Starterlaubnis. „Man wollte kein unnötiges Risiko eingehen“, heißt es vom Bundesheer. Der Leonardo-Hubschrauber hätte von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP), Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) und Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Lang (SPÖ) in Empfang genommen werden sollen.

Politiker warten auf die Landung des ersten Leonardo-Hubschraubers
ORF
Verteidigungsministerin und Landeshauptleute wollten den neuen Hubschrauber willkommen heißen – doch dieser kam nicht.

Verteidigungsministerin Tanner kündigte am Donnerstag an, dass der Flughafen Aigen für drei Millionen Euro modernisiert werden soll: „Ein moderner Hubschrauber braucht ein modernes Umfeld, deswegen investieren wir drei Millionen Euro in die Infrastruktur.“ Die ersten Hubschrauber sollen Mitte 2022 landen, die letzten 2024.

Mindestens 30 Jahre lang im Einsatz

Mit einem Gesamtvolumen von rund 300 Millionen Euro ist der Kauf der Hubschrauber die größte Beschaffung des Heeres seit den Eurofightern vor rund 20 Jahren – mehr dazu in Bundesheer-Hubschrauber: Entscheidung gefallen. Das neue Hubschrauber-System kann mit unterschiedlichen Konfigurationen für verschiedene Aufgaben alle Fähigkeitsbereiche inklusive dem Selbstschutz abdecken, betont das Heer. Eingesetzt werden soll der neue Helikopter, der mindestens 30 Jahre lang genutzt werden soll, für Personen- und Materialtransporte ebenso wie für Löscharbeiten – er kann beispielsweise drei Mal so viel Wasser transportieren wie die Alouette III.

AW169M
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Kleinere Lufttransportaufträge können laut Heer durch das neue System kostengünstiger als mit dem Black Hawk durchgeführt werden. Durch den geräumigen Innenraum bietet er genug Platz, um eine Person isoliert transportieren zu können, was gerade in Pandemiezeiten extra hervorgehoben wird. Der AW169M kann aber auch bewaffnet werden und ist bei Nacht und schlechten Witterungsbedingungen flugtauglich; außerdem sei das Modell speziell für Einsätze im Gebirge bestens geeignet, heißt es aus dem Militär.

Alouette III seit 50 Jahren im Einsatz

Die Vorgänger der neuen Hubschrauber, die Aloutte III, sind beim Bundesheer seit den 60er-Jahren im Einsatz und eines von vier Modellen des Bundesheeres. Gebraucht werden sie auch für Katastropheneinsätze, wie zuletzt beim Felssturz in der Bärenschützklamm – mehr dazu in Mehrere Tote bei Felssturz in Bärenschützklamm (8.7.2020) –, sowie zur Bekämpfung von Waldbränden und zur Lawinenerkundung.