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Coronavirus

Situation in den Spitälern spitzt sich zu

In den steirischen Spitälern spitzt sich die Lage angesichts der weiter wachsenden Zahl an CoV-Patienten immer mehr zu. Die Situation sei „dramatisch“, hieß es. Sollte der Lockdown nicht funktionieren, werde man an Triagen nicht vorbei kommen.

In den Landeskrankenhäusern und in den Ordensspitälern sprach man am Freitag – vor allem mit Blick auf die Intensivstationen – von einer „dramatischen Situation“.

„Es wird deftig kritisch“

Bei den Barmherzigen Brüdern in Graz etwa sind derzeit gerade noch zwei von elf Intensivbetten verfügbar. Und nach wie vor wächst die Zahl der CoV-Patienten täglich weiter. „Bei uns wurden mittlerweile zwei Stationen schon geschlossen, um Personal für die Covid-Stationen zu requirieren. Die Kapazitätsgrenze wird, wenn das so weitergeht, erreicht werden, Wir hoffen, dass wir ohne die Triage auskommen. Es gibt meiner Sicht nach auch eine Chance dafür, aber es wird deftig kritisch“, so der ärtzliche Leiter Geza Gemes.

Patient Krankenhaus
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Intensivstationen sind teilweise schon voll

Ähnlich angespannt sei die Situation bei den Elisabethinen, hieß es, und teilweise noch ernster, so bestätigt man in der Zentrale der steirischen Krankenanstaltengesellschaft KAGes, in den Landesspitälern: „Es ist wirklich alarmierend. In der Oststeiermark und im Burgenland sind die Intensivstationen schon voll. Es gab etwa einen schweren Verkehrsunfall, wo ein Patient intensivmedizinische Betreuung brauchte, da musste dann ein weit entferntes Krankenhais bemüht werden“, schilderte KAGes-Sprecher Reinhard Marczik.

Rettungsautos
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Appell: Dramatik „endlich zur Kenntnis nehmen“

Sollte der Lockdown nicht bald spürbar Wirkung zeigen, könnten Ärztinnen und Ärzte demnächst vor den gefürchteten Triage-Entscheidungen stehen, hieß es. Gleichzeitig habe man den Eindruck, dass Teile der Bevölkerung die Dramatik der Lage noch immer nicht erfasst hätten. „Ich wohne in einer ländlichen Gegend. Da merkt man, dass das derzeit von der Bevölkerung unterschätzt wird“, so Gemes. „Die Lage ist wirklich ernst. Unser Appell geht an die Menschen, das endlich wirklich zur Kenntnis zu nehmen, und ihr Verhalten entsprechend auszurichten“, so Marczik.

Massentests starten im Dezember

Die Pläne für die geplanten Coronavirus-Massentests in Österreich sind fertig: Am ersten Dezember-Wochenende werden am Samstag und Sonntag (5./6.) und somit zum Ende des harten Lockdowns alle Landes- und Bundeslehrer sowie Kindergartenbetreuerinnen (rund 200.000 Personen) getestet; am 7. und 8. Dezember folgt dann die Testung aller 40.000 Polizisten und Polizistinnen. Kurz vor Weihnachten ist dann eine breit angelegte Testreihe für die gesamte Bevölkerung geplant. Die Teilnahme ist aber freiwillig – mehr dazu in CoV-Massentests starten am 5. Dezember (news.ORF.at). Die Uni Graz beschäftigt sich mit der Frage, ob Massentests für neun Millionen Menschen in Österreich innerhalb von wenigen Wochen überhaupt möglich sind – eine Prognose lautet vier bis sechs Monate – mehr dazu in Uni Graz: CoV-Massentest dauert Monate.