Einkaufszentrum
ORF.at/Lukas Krummholz
ORF.at/Lukas Krummholz
Wirtschaft

Viele Einkaufszentren für Sonntagsöffnung

Über das mögliche Offenhalten von Geschäften an zwei Sonntagen im Dezember ist auch in der Steiermark eine heftige Diskussion entbrannt. Viele Einkaufszentren in der Steiermark jedenfalls würden die Möglichkeit nutzen. Auch Buchhändler sind dafür.

Sollen die Geschäfte nach dem geplanten Ende des harten Lockdowns am 7. Dezember an den Sonntagen vor Weihnachten offen halten oder nicht? Der Vorschlag von Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer hat in den vergangenen Tagen heftige Diskussionen ausgelöst: Handelsvertreter unterstützen den Vorschlag von Wirtschafskammer-Präsident Harald Mahrer, Gewerkschaft und Kirche sind dagegen – mehr dazu in Streit über Sonntagsöffnung.

Möglichkeit nutzen

Im Einkaufszentrum Shopping Nord in Graz hieß es, wenn es die Möglichkeit gibt, die Geschäfte an den Sonntagen vor Weihnachten aufzusperren, werde man diese Möglichkeit nutzen. Ob es sich für die Händler angesichts höherer Lohnkosten rechnet und ob dadurch ingesamt mehr eingekauft werde, sei aber eine andere Frage, sagte Centerleiterin Heike Heinisser.

Zweifel, ob Weihnachtsgeschäft zu retten ist

Werner Gruber vom Einkaufszentrum Arena in Fohnsdorf sagte, für das Weihnachtsgeschäft wären am Sonntag geöffnete Geschäfte sicher ein Vorteil: „Dem Grunde nach würde eines damit errreicht werden, dass man die Frequenz auch auf den Sonntag verteilen könnte, da es einen zusätzlichen Einkaufstag geben würde. Ob das das Weihnachtsgeschäft retten kann, das bezweifle ich.“

Sollte es die Möglichkeit geben, vor Weihnachten offen zu halten, werde man eine einheitliche Vorgangsweise für alle Betriebe der Arena suchen. Wirklich helfen würde dem Handel eine Gleichstellung in der Besteuerung. Es sei nicht einzusehen, dass große ausländische Onlinehändler kaum besteuert werden, so Gruber.

Appell an Kunden

Auch Christian Trampus von Leoben City Shopping wünscht sich eine Stärkung des stationären Handels und appellierte an die Kunden, nicht online zu bestellen, sondern mit dem Weihnachtseinkauf zu warten, bis man wieder aufsperren darf. In Sachen Sonntagsöffnung gibt sich Trampus zurückhaltend:

„Grundsätzlich sehen wir das so, eine Sonntagsöffnung kann nur ein Soll aber kein Muss sein. Unseren Shoppartnern, wenn für sie der Bedarf ist, werden wir das natürlich ermöglichen, dass wir aufsperren“, so Trampus.

Buchhändler: Gute Lösung

Als gute Lösung für die Zeit vor Weihnachten bezeichnete Wolfgang Rick, Geschäftsführer der Morawa-Gruppe, eine mögliche Öffnung an den Vorweihnachtssonntagen. Morawa betreibt neben der Buchhandlung Moser in Graz zehn weitere Standorte in der Steiermark. „Wenn vor Weihnachten die Sonntage offen sind, würden wir sie selbstverständlich auch offen halten unsere Geschäfte, in der Hoffnung, dass erstens die Leute das nutzen und sich die Kundenströme entzerren von einem auf zwei Tage. Aus Pandemie-Sicht ist es sicher sinnvoll“, so Rick.

Derzeit gebe es zwar sehr viele Online-Bestellungen, sagte Wolfgang Rick. Die Umsatzeinbußen, die durch die derzeit geschlossenen Filialen entstehen, könnten sie aber nicht ausgleichen.