Coronatest
dpa/Hendrik Schmidt
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Coronavirus

CoV-Massentests: Noch viele offene Fragen

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat am Montag mit den Landeshauptleuten die derzeitigen Pläne zu Covid-Massentestungen besprochen. Auch danach gibt es noch offene Fragen – fix ist mittlerweile, dass Bundesheer und Feuerwehr eingebunden sind.

Laut Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) seien Montagabend zwischen Kurz und den Landeshauptleuten vor allem rechtliche und organisatorische Fragen besprochen worden – mehr dazu in Massentest als „Riesenaufgabe“ für Länder (news.ORF.at): „Wir haben vereinbart, dass erstens alle mitmachen, und zweitens, dass wir uns bemühen, jetzt das Beste zu tun. Wir haben (in der Steiermark, Anm.) eine Gruppe von Personen eingesetzt, die einerseits im Gesundheitsbereich, andererseits im Organisationsbereich, im IT-Bereich tätig sind, die auch in den Gemeinden tätig sind. Es ist vorgesehen, dass wir in nahezu allen Gemeinden eine Teststraße haben werden, da müssen wir jetzt die Kräfte bündeln, damit wir es packen, und wir werden es packen.“

Kein Contact-Tracing

Ein wesentlicher Faktor für Sinnhaftigkeit und Erfolg wäre ein umfassendes Contact-Tracing im Umfeld der dann positiv Getesteten. Das dürfte aber nicht kommen, es fehlen schlicht die Kapazitäten – mehr dazu in Wohl kein umfassendes Contact-Tracing (news.ORF.at). Nach einem positiven Antigen-Test im Zuge der Massentestung soll demnach ein zweiter Test folgen. Keine Details gibt es bisher zur Durchführung der Covid-Massentests – am Dienstag sollen dazu noch Expertengespräche folgen, mehr Klarheit könnte dann am Mittwoch herrschen.

Bundesheer und Feuerwehr im Einsatz

Sowohl das Bundesheer, als auch die Feuerwehren sollen vor allem logistische Aufgaben übernehmen und für die Koordination der Tests verantwortlich sein. Derzeit laufen hier die Planungen, bestätigt Gerhard Schweiger vom Militärkommando Steiermark: „Aufgabe des österreichischen Bundesheeres ist es, hier einerseits die logistischen Abläufe zu planen, aber auch die Verteilung der Testbatterien an die richtigen Stellen zur richtigen Zeit und in der richtigen Menge sicherzustellen.“ – mehr dazu in Heer will Warteschlangen vermeiden (news.ORF.at).

Konkreter ist seit Dienstagnachmittag auch der Auftrag an die steirischen Feuerwehren – sie sind über ihre Aufgaben bei den Massentests informiert worden, schildert Feuerwehrsprecher Andreas Rieger: „Dass die Feuerwehren hauptsächlich eingesetzt werden für die Besucherstromleitung, sprich Parkplatzeinweisen, die Ab- und Zugänge der Testpersonen organisieren und koordinieren – das wird die Hauptaufgabe der Feuerwehr sein.“ Bis Ende November gelte es nun, die dafür nötigen Kapazitäten bei den Feuerwehren zu prüfen.

Unterstützung kommt auch von der Kirche

Auch die Diözese Graz-Seckau sichert ihre Unterstützung zu. So sagt Bischof Wilhelm Krautwaschl: „Ich glaube, dass wir praktisch in allen Dörfern und Städten Räumlichkeiten haben, und wenn die dann benötigt werden, und das auch organisierbar ist, dann könnten wir die Pfarrzentren, die Personalräume, vielleicht sogar die eine oder andere Kirche zur Verfügung stellen, damit ein möglichst reibungsloser Ablauf dieser Aktionen gewährleistet werden kann.“

Lehrer-Testungen schon Anfang Dezember geplant

Erste Testungen sollen dann schon am kommenden Wochenende stattfinden – dazu gibt es aber noch zahlreiche Abstimmungsgespräche auf verschiedenen Ebenen. Am ersten Dezember-Wochenende soll es die ersten Tests mit dem Lehrpersonal geben – diese Tests sind zwar freiwillig, Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) hat aber bereits zu möglichst reger Teilnahme aufgerufen.

Auch Landeshauptmann Schützenhöfer appelliert an die Steirer, sich testen zu lassen: „Niemand von uns kann sicher sein, dass er dieses Virus bekommt oder nicht schon in sich hat, und ich glaube, der wirkliche Hoffnungsschimmer ist, dass man im Jänner impfen lassen kann.“

CoV-Impfstrategie umfasst drei Phasen

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat am Dienstag gemeinsam mit einem Experten und einer Expertin die österreichische CoV-Impfstrategie präsentiert: Diese soll drei Phasen umfassen, wobei die erste bereits im Jänner beginnen soll. Zwar spiele Zeit eine große Rolle, die Sicherheit und Qualität stehe jedoch nach wie vor an erster Stelle, so Anschober – mehr dazu in CoV-Impfstrategie umfasst drei Phasen (news.ORF.at).

Umgelegt auf die Steiermark heißt das laut Landeshauptmann Schützenhöfer: „Wir werden jetzt sehen, wie der Massentest funktioniert, das ist ein guter ‚Probelauf‘ für die Impfungen, weil das wird dann eine große Herausforderung. Wir haben genug Impfstoff für alle im Lande, um sie zu impfen, wenn sie dazu bereit sind – das ist ja freiwillig –, aber wir rechnen damit, dass sehr viele von dieser Impfung Gebrauch machen.“