Spritzen für die Impfung gegen das Corona-Virus
APA/dpa/Bernd Wüstneck
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Coronavirus

Impfstart: Skepsis bei Pflegeheimpersonal

Während die CoV-Impfungen in der Steiermark nun anlaufen, ist bei vielen die Impfskepsis immer noch groß – auch bei Mitarbeitern in Pflegeheimen, die jetzt in der ersten Tranche geimpft werden sollen. Personalvertreter sehen noch Aufklärungsbedarf.

Rund 25.000 Steirer sollen noch im Jänner insgesamt zwei Impfdosen gegen Covid-19 erhalten, so wurde es beim Impfgipfel am Montag kommuniziert. Vorrangig sollen Bewohner und Mitarbeiter in Pflegeheimen sowie in den Spitälern geimpft werden, diese Woche noch rund 15.000 Dosen – mehr dazu in Impfgipfel: Bisher rund 3.000 Steirer geimpft.

Impfgipfel: Experten beraten Strategie

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) hat am Montag zu einem steirischen Impfgipfel nach Graz geladen. Dabei besprachen Experten die Impfstrategie des Landes für die kommenden Tage und Wochen.

Die Impfbereitschaft und somit die Nachfrage nach Impfstoff seien in den Pflegeheimen aber – laut dem steirischen Impfkoordinator Michael Koren – sehr unterschiedlich: In manchen seien es 75 Prozent, in anderen nur 50 bzw. 60 Prozent. Wie viele Anmeldungen es aus den Heimen insgesamt gibt, ist noch nicht klar; fest steht aber, dass vor allem unter den Mitarbeitern noch eine große Impfskepsis herrscht.

„Einige Mitarbeiter warten noch ab“

In den 17 Pflegewohnheimen der Caritas in der Steiermark wurden am Freitag 400 Dosen geimpft, am Dienstag sollen weitere Bewohner und Mitarbeiter gegen das Coronavirus geimpft werden. Während die Nachfrage bei den rund 800 Bewohnern sehr hoch ist, sei die Impfbereitschaft unter den rund 1.000 Mitarbeitern unterschiedlich, sagte Petra Prattes, bei der Caritas für Betreuung und Pflege zuständig: „Natürlich gibt es auch bei den Mitarbeitern Impfskepsis, aber wir haben, glaube ich, eine steigende Impfbereitschaft, und ich hoffe schon, dass wir auf mindestens 50 Prozent im ersten Durchgang kommen. Einige warten noch ab.“

Skepsis durch einige offene Fragen

Grund für die Impfskepsis unter den Mitarbeitern seien die vielen noch offenen Fragen, sgte Prattes. Eine der wesentlichsten Fragen, die gestellt werde, sei, ob man nach der Impfung noch Überträger sein könne oder man nur selbst die Krankheit nicht mehr bekomme – das sei offenbar sehr entscheidend für die Impfbereitschaft, sagte Prattes, und das wiederum sei entscheidend im Umgang mit den Maßnahmen, die man in einem Pflegewohnheim habe.

Aber auch die Frage nach Nebenwirkungen – speziell bei Allergikern –, die Frage, ob trotz der Impfung die Schutzmaßnahmen eingehalten werden müssen und ob eine Impfpflicht drohe, beschäftigen Mitarbeiter in Pflegewohnheimen – zu diesem Ergebnis kommt Beatrix Eiletz, Betriebsratsvorsitzende der Volkshilfe.

„Fachliche Information im Vorfeld hat gefehlt“

Eiletz vertritt rund 1.500 Mitarbeiter im Pflegebereich. Die Impfbereitschaft liege derzeit auch unter den Mitarbeitern der Volkshilfe-Pflegewohnheime bei maximal 50 Prozent: „Ja, eher mager, hätte ich gesagt, es gibt viele Verunsicherungen, und es schreckt die Mitarbeiter teilweise anscheinend ab, sich impfen zu lassen. Meiner Meinung nach hat im Vorfeld die fachlich korrekte Information gefehlt“, kritisierte Eiletz.

Die Volkshilfe startet am Donnerstag mit der ersten Impfaktion. Bereits am Freitag wurden erste Mitarbeiter auf Covid-19-Stationen am Uniklinikum Graz geimpft – mehr dazu in Steiermark startet mit CoV-Impfungen. Der Betriebsratsvorsitzende der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (KAGes), Michael Tripolt, sprach von einer deutlichen Mehrheit, sowohl bei Ärzten als auch beim Pflegepersonal, die bereit sei, sich rasch impfen zu lassen.

Experten präsentieren Impfkampagne

Mit medizinischen Expertinnen und Experten stellte die Bundesregierung am Montag ihre Impfkampagne vor. Dabei steht Aufklärung an oberster Stelle. Weil derzeit viele Österreicherinnen und Österreicher noch nicht wissen, ob sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen wollen, gelte es, insbesondere den Fehlmeldungen und Unwahrheiten entgegenzutreten, so Ursula Wiedermann-Schmidt, Vorsitzende der Impfkommission – mehr dazu in Experten präsentieren Impfkampagne (news.ORF.at).