Biontech/Pfizer Impfstoff-Ampullen
APA/dpa/Sebastian Gollnow
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Coronavirus

Ärzte wollen Pfizer-BioNTech-Impfstoff

Am Samstag werden die älteren niedergelassenen Ärzten in der Steiermark geimpft – mit dem Pfizer-BioNTech-Impfstoff. Diesen fordert auch die jüngere Ärzteschaft ein, sie bekommt laut Impfplan aber den von AstraZeneca. Das sorgt für Kritik.

Zahnärzte fordern eine möglichst rasche Impfung für sich und ihre Mitarbeiter – mehr dazu in Zahnärzte fordern möglichst rasche Impfung, und auch die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in der Steiermark wollen so schnell wie möglich den vollen Impfschutz.

AstraZeneca braucht länger, bis er wirkt

Der Impfstoff von AstraZeneca komme dafür aber nicht in Frage, sagt der Sprecher der niedergelassenen Ärzte, Christoph Schweighofer, „weil dieser Impfstoff den Nachteil hat, dass man erst nach drei Monaten oder 120 Tagen den vollen Impfschutz erreicht. Mit dem Pfizer-BioNTech-Impfstoff hat man den vollen Impfschutz schon nach vier bis sechs Wochen.“ In der Zeit, wo man nicht voll geschützt ist, sei das Risiko zu groß, jemanden anzustecken.

Die Ärzteschaft wandte sich daher an die Politik: Diese möge doch den Impfplan anpassen und sie mit dem Pfizer-BioNTech-Impfstoff impfen. Bisher habe sich da aber nichts bewegt, sagt Schweighofer: „Wir werden in den nächsten Tagen noch einmal versuchen, mit den Verantwortlichen des Landes Kontakt aufzunehmen, und ich hoffe, dass da etwas weitergeht und dass es doch zu einer Einsicht kommt.“

Wenig Verständnis beim Impfkoordinator

Hört man den Impfkoordinator des Landes, Michael Koren, zum Impfstoff-Wunsch der Ärzte, wird sich da aber wohl nicht mehr viel bewegen – er versteht die Einstellung der Ärzte nicht. „Warum nicht? Weil wir vor wenigen Wochen und Monaten noch froh waren, überhaupt einen Impfstoff zu bekommen. Zuerst war große Angst, den Impfstoff der Firma Pfizer-BioNTech zu bekommen – jetzt ist er da, jetzt wollen alle nur diesen Impfstoff“ – und das, obwohl der von AstraZeneca die gleichen Werte hätte, so Koren.

Für die breite Bevölkerung sei der AstraZeneca-Impfstoff sehr gut, betont auch Ärztevertreter Schweighofer – das Problem sei aber eben, dass es lange dauere, bis er wirkt. Sollte sich keine Einigung mit dem Land finden lassen, könnte für ihn der nächste Schritt eine Petition gegen die Impfung der Ärzteschaft mit dem AstraZeneca-Impfstoff sein.

Impfung: Nächste Gruppe startet am 2. März

Am Montag wurde bekannt gegeben, dass in der Steiermark am 2. März der Start zur Covid-19-Schutzimpfung für die über 80-Jährigen, die nicht in Pflegeheimen leben, erfolgt. Das Land setzt dabei auf Impfstraßen und niedergelassene Ärzte – mehr dazu in Impfung: Nächste Gruppe startet am 2. März. Für Kritik sorgt hier aber auch, dass noch keine Impftermine für Menschen mit Behinderung vorliegen: Entsprechende Nachfragen und Beschwerden seien beim steirischen Anwalt für Menschen mit Behinderung, Siegfried Suppan, eingegangen. Laut Impfkoordinator Michael Koren soll es im März soweit sein – das genaue Datum hänge von den Impfstoff-Lieferungen ab.