Gastronomie im Lockdown
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Coronavirus

Gastronomie hofft auf baldige Öffnung

Seit November haben die Lokale und Restaurants geschlossen – bei einem Gastro-Gipfel zwischen Wirtschaft und Bundesregierung wurde nun der 1. März als nächster Termin genannt, um zu entscheiden, ob vor Ostern geöffnet werden darf.

Ein Einkaufsbummel ist seit zwei Wochen wieder möglich – auf den gemütlichen Lokalbesuch, der für viele einfach dazugehört, muss man aber weiter warten. Beim Gespräch der Branchenvertreter mit der Bundesregierung wurde eine Öffnung der Gastronomie noch im März nicht ausgeschlossen.

Take-Away als finanzielle Überbrückungshilfe

Bis zur Öffnung bieten viele Wirte wie Georg Reif aus Unterpremstätten Speisen zum Mitnehmen an: „Das Take-Away läuft bei uns sehr gut, wir haben viele Stammgäste, die uns die Treue halten, wir takten das in zehn Minuten, damit pro zehn Minuten nicht mehr als eine gewisse Anzahl pro Personen kommt, es nicht zu Staus kommt, aber es ersetzt bei weitem nicht das normale Geschäft, das wir jetzt dann bald dringend brauchen.“

Gastronomie im Lockdown
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Noch sind die Gastgärten geschlossen

Das sieht man auch bei der Grossauer Gruppe so, die am Samstag in zwei ihrer Grazer Innenstadtlokale erstmals Take-Away anbietet. Man sei bereit und möchte so schnell wie möglich wieder aufsperren – dass darüber diskutiert wird, zumindest die Gastgärten zu öffnen, sieht man positiv: „Wir haben genug Abstände, können uns gut vorbereiten, sind ‚wintergastgartenfit‘, wir könnten losstarten“, versichert Gastronom Christof Widakovich.

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Take-Away-Services helfen den Gastronomen durch die Lockdownzeit

Für Klaus Friedl, den Sprecher der steirischen Gastronomen, der in Graz die öffentlich zugängliche Kantine des Finanzamts betreibt, sind vor allem rund um das Thema Eintrittstests viele Fragen offen: „Wir könnten uns für größere Gesellschaften – Hochzeiten, Firmungen, Taufen – vorstellen, dass hier ein Test seitens der Gesellschaft stattfinden muss, die den Test dann für die Gäste vor Ort mitbringen muss. Das wäre kein Problem. Wir haben nur große Bedenken für den Gast, der spontan ins Lokal kommt – ob der getestet ist oder nicht, das wollen wir nicht überprüfen.“

Triste Aussichten

Hier könnte man sich vorstellen, dass die Regierung Testkits für zu Hause zur Verfügung stellt – auf Verlangen des Wirtes müsse man das negative Ergebnis vorweisen. Insgesamt sehe es für Gastronomie nach so vielen Schließungswochen laut Wirtschaftskammer trist aus – möglicherweise sperren viele gar nicht mehr auf.

Katastrophenjahr für Nachtgastronomie

Fast schon ein ganzes Jahr haben die Nachtlokale geschlossen. Martin Fritz, selbst Betreiber einiger Großdiskotheken, spricht wirtschaftlich gesehen von einem Kathastrophenjahr 2020.

Wie es für die Diskotheken weitergehen soll, dazu sagt Fritz: „Die Nachtgastronomie kann nur so funktionieren wie es vor der Pandemie war. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in Discos, Clubs, Bars, zwei Meter Abstand und eine Maskenpflicht gibt. Das wäre nicht gewinnbringend und auch für die Gäste uninteressant. Aber es gibt genügend Konzepte, wie man ein langsames Hochfahren auch in der Nachtgastronomie ermöglichen könnte.“

Dankbar sei man für die staatlichen Unterstützungen, die zumindest Teile der Kosten decken. Je länger die Krise dauere, desto schwieriger sei es aber, das Überleben zu sichern. Entlassungen müsse es, solange es das Modell der Kurzarbeit gebe, derzeit noch nicht geben, sagt Fritz.