CoV-Impfung
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Coronavirus

Kritik an „Impf-Freunderlwirtschaft“

NEOS, Freiheitliche und Grüne haben am Wochenende Kritik am Impf-Vorgehen des Landes geübt. Zahlreiche Impfdosen sollen an „Vordrängler“ verimpft worden sein: Freunderlwirtschaft wird angeprangert und Transparenz gefordert.

„Langsam wird es unerträglich!“, empörte sich am Sonntag die Grüne Landtagsklubobfrau Sandra Krautwaschl über das Ergebnis einer Prüfung, wonach 40 Prozent von 1.400 Impfungen in Bruck-Mürzzuschlag nicht wie vorgesehen an Heimbewohner und Mitarbeiter gegangen sein sollen. Stattdessen seien zahlreiche Menschen geimpft worden, die nicht zur Risikogruppe gehören.

„Seit Wochen erreichen mich solche Geschichten immer wieder, allerdings traut sich niemand vor den Vorhang, weil alle Angst haben, ihren Job zu verlieren. So kann es nicht weiter gehen. Die Bundesländer haben zu Jahresbeginn mit großem Selbstvertrauen die Verantwortung für die Abwicklung der Impfungen eingefordert und übernommen. Jetzt müssen die Verantwortlichen in der Steiermark (vom Landeshauptmann, über die zuständige Landesrätin, bis zum Impfkoordinator) endlich diese unerträgliche Freunderlwirtschaft beim Impfen beenden und für eine koordinierte und faire Abwicklung sorgen“ so Krautwaschl.

FPÖ fordert Impf-Transparenzbericht

FPÖ-Klubobmann Mario Kunasek forderte in einer Aussendung die Vorlage eines Impf-Transparenzberichts, der eine steiermarkweite Übersicht über die Verwendung der bisherigen Impfdosen und die Einhaltung des Impfplans geben soll.

„Es liegt die Vermutung nahe, dass bislang die Einhaltung des Impfplans weder kontrolliert noch Verstöße zentral festgehalten, geschweige denn sanktioniert wurden. Wer nach dem Motto ‚Ich weiß nichts, ich will nichts und ich kann nichts’ agiert, sollte sich eingestehen, mit der Situation völlig überfordert zu sein. ÖVP-Landesrätin Bogner-Strauß und die gesamte Landesregierung geben in vielen Bereichen eine katastrophale Figur ab“, so Kunasek.

NEOS: Impfdashboard gefordert

Aufklärung forderte am Wochenende auch NEOS-Klubobmann Niko Swatek: „Die Kontrollkommission legt offen, was viele von uns in ihrem Bekanntenkreis täglich sehen: die steirische Impfstrategie heißt Freunderlwirtschaft. Wer wen kennt, wird geimpft. Risikogruppen lässt man hingegen alleine im Regen stehen. Landesrätin Bogner Strauß muss endlich reinen Tisch machen und schonungslos aufzeigen, wohin der steirische Impfstoff wirklich verschwindet“, so Swatek.

Er fordert ein Impfdashboard nach dem Vorbild Vorarlbergs, wo eine Klassifizierung der geimpften Personen gemäß ihrer Priorisierung im Rahmen der nationalen Impfstrategie einsehbar sei.