Ein maskierter Einbrecher hantiert mit einem Brecheisen an einem Fenster. Gestellte Szene.
APA/HELMUT FOHRINGER
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Chronik

Kriminalität so niedrig wie vor zehn Jahren

Die Kriminalität war im CoV-Jahr 2020 auch in der Steiermark so niedrig wie seit zehn Jahren nicht mehr. Bei der Aufklärungsquote gab es eine Steigerung – ebenso allerdings auch bei der Internet-Kriminalität.

Die am Donnerstag präsentierte steirische Kriminalitätsstatistik für das CoV-Jahr 2020 ist außergewöhnlich und eigentlich nicht mit den Statistiken der Vorjahre zu vergleichen.

Noch nie dagewesene Aufgaben für die Polizei

So ging die Kriminalität CoV-bedingt um rund zwölf Prozent zurück, sagt der stellvertretende steirische Polizeidirektor Manfred Komericzky: „Das Jahr 2020 war natürlich wie für die gesamte Gesellschaft und die Bevölkerung auch für die steirische Polizei ein besonderes Jahr. Wir hatten über 8.500 Amtshandlungen – also Anzeigen und Organmandate – im Zusammenhang mit CoV-Pandemie-Vorschriften, und wir hatten 44.000 Überprüfungen von Menschen, die sich in Quarantäne befunden haben.“

Weniger Gewalt, weniger Einbrüche

Bei den Gewaltdelikten gab es ein Minus von elf Prozent – der befürchtete Anstieg von Gewalt in der Familie blieb im ersten Lockdown aus, stieg aber ab Mitte des Jahres an. Zurück gingen die Raubüberfälle – die Aufklärungsquote liegt hier bei 65 Prozent. Auch wurden alle fünf Morde an vier Steirerinnen und einem Steirer geklärt. Die Zahl der Vergewaltigungen stieg im Vorjahr leicht an, und das vor allem im privaten Umfeld. Mehr als 20 Prozent Rückgang gab es dagegen bei den Einbrüchen – die Polizei führt das auf die geschlossenen Grenzen zurück.

Deutlich mehr Internetkriminalität

Auch die Kfz-Diebstähle sanken deutlich, am größten ist das Minus mit minus 40 Prozent bei Taschen- und Trickdiebstählen. Bei den Drogendelikten ging der Straßenverkauf zurück, der Vertrieb im Darknet stieg aber an, so wie die Pandemie mit einem Plus von 36 Prozent die Kriminalität überhaupt noch deutlicher als sonst ins Internet verlagerte: „Das Coronajahr hat das alles sehr stark nach oben getrieben, denn was geblieben ist, ist das Telefon und das Internet“, sagt Wolfgang Lackner, Leiter des steirischen Landeskriminalamtes.

Mehr als jede zweite Straftat aufgeklärt

Auch die Wirtschaftskriminalität legte 2020 zu und hier vor allem der Sozialbetrug mit einem Plus von 78 Prozent – hier konnte die Polizei große Erfolge mit Sonderoperationen erreichen. Überhaupt konnten die steirischen Kriminalisten mehr als 27.500 Straftaten aufklären – das ist mehr als jede zweite.