Coronavirus-Gespräch 1450
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Coronavirus

„Impf-Anrufer“ blockieren immer öfter Hotline 1450

Mit den steigenden Coronavirus-Infektionszahlen nehmen auch die Anrufe beim Gesundheitstelefon 1450 wieder zu. Die Belastung für die Mitarbeiter steigt – auch weil viele Fragen zum Thema Impfung gestellt werden. Dabei ist 1450 dafür gar nicht zuständig.

Der Verlauf der CoV-Pandemie spiegelt sich auch in den Anrufen beim Gesundheitstelefon 1450 wider: Mehr als 49.000 waren es in der Steiermark am Höhepunkt der zweiten Welle im November – 20.000 im Dezember und jeweils rund 15.000 im Jänner und Februar. Im März wurden bislang schon 19.000 Anruferinnen und Anrufer registriert, sagt Anna Eisner-Kollmann vom Steirischen Roten Kreuz, das die Hotline betreut: „Montag ist der anrufstärkste Tag. Am vergangenen Montag hatten wir zum Beispiel knapp 1.500 Anrufe. An einem normalen Tag haben wir rund 800 Anrufe.“

„Wir werden als Corona-Telefon wahrgenommen“

Ein beträchtlicher Teil davon – nämlich rund 100 am Tag – hat mit den Kernaufgaben von 1450 aber nichts zu tun: Das Gesundheitstelefon ist nämlich nur für die Verdachtsfall-Abklärung und abseits der Pandemie für die klassische Gesundheitsberatung zuständig. „Da wir als Corona-Telefon wahrgenommen werden, rufen viele Menschen verständlicherweise an und wollen Auskünfte – da reichen die Fragen von ‚Wie lange muss ich in Quarantäne‘ über ‚Wann kommt mein Testergebnis‘ bis hin zu momentan ‚Wann bekomme ich einen Impftermin?‘“, so Eisner-Kollmann.

„Können da nicht weiterhelfen“

Vor allem Fragen zum Impfen landen immer häufiger beim Gesundheitstelefon – in Salzburg ist dadurch bereits von einer Blockade der Hotline die Rede, und auch in der Steiermark ist es nicht anders, bestätigt Eisner-Kollmann: „Ja, das ist bei uns auf jeden Fall auch so, weil die Leute wissen wollen ‚Wann bekomme ich einen Termin‘ oder ‚Ich möchte meinen Termin verschieben‘ – aber das sind Anliegen, bei denen wir nicht weiterhelfen können.“

Auch wenn die „Impf-Anrufe“ die Hotline stark belasten, würde die durchschnittliche Wartezeit derzeit noch unter einer Minute liegen. Damit das so bleibt, appelliert das Steirische Rote Kreuz, 1450 wirklich nur im Falle eines CoV-Verdachts oder bei anderen gesundheitlichen Problemen zu wählen.