Religion

Hartberger Pfarre lässt Käseglocken läuten

Unmittelbar neben der Hartberger Pfarrkirche eröffnet mit dem Segen des umtriebigen Stadtpfarrers am Palmsonntag ein Käsehofladen namens Cheeseus – so will ein Fehringer Landwirt frischen Wind in die Kirche und die bäuerliche Direktvermarktung bringen.

Ab Palmsonntag läuten in Hartberg die Käseglocken: Neben der Hartberger Kirche rollt der Käse von Landwirt Ewald Wurzinger aus Fehring an. Die Kirche stellt für den Verkauf einen Laden zur Verfügung, der auf „Cheeseus“ getauft wird.

„Vielleicht das beste Kirchenmarketing seit 2.000 Jahren“

Wurzinger verrät mit einem Augenzwinkern: „Ich sehe es natürlich als schräge Namensgebung, vielleicht das beste Kirchenmarketing seit 2.000 Jahren, und ich denke auch, dass Jesus Christus da schmunzeln würde. Man muss halt auch aus Bauer ein bisschen anders sein, damit man auffällt. Aber meine größte Angst ist schon, dass ich im Himmel vorm lieben Gott stehen werde und er mich fragt, ob ich 2021 deppat war in Hartberg.“

Diese Angst nimmt Stadtpfarrer Josef Reisenhofer ab, der schon eifrig die Käseglocken für die geschmackvolle Symbiose aus Kirche und Käse läutet. Denn wenn es schon die Marien-Apotheke und den Kirchenwirt gibt, warum soll sich die Kirche nicht auch eine Scheibe Käse abschneiden dürfen, wenn’s auch einzelnen nicht schmeckt mag: „Die wird’s sicher geben – die können sich dann vorwiegend auf die Löcher beim Käse konzentrieren – dann ist vielleicht nicht so viel da und spürbar, aber der Grundgedanke, der dahintersteht: Wir möchten der Kirche helfen, ist sehr positiv.“

Unterstützung bei Kirchenrenovierung

Ein Teil des Käseumsatzes wandert direkt in den Opferstock und wird die anstehende Kirchenrenovierung mitfinanzieren: Das sind 900.000 Euro für die Neugestaltung des Innenraums: „Es möge auch eine Art Initialzündung sein für andere Wirtschaftstreibende, die vielleicht auch eine Benefizaktion machen wollen – es soll zum Wohle und Heil der Menschen entstehen und der Kas’ ist ein schmackhafter Teil davon.“

Und es ist nicht ausgeschlossen, dass auch andere Pfarren nun auf den Käsegeschmack kommen – „man wird sehen, wie sich das Konzept hier bewährt. Jetzt geht’s um die Frage: Wird Cheeseus auferstehen? Und ich glaube dran: Es wird funktionieren“, so Wurzinger. Die Vorbestellungen stapeln sich bereits in dem Hartberger Käseladen, der dem Weihrauchduft ab Palmsonntag eine zusätzliche Note verleihen wird.