CoV-Forschung
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Forscherinnen stellen CoV-Protein her

In Hofstätten an der Raab konnten zwei Biotechnologinnen jetzt ein CoV-Protein herstellen, das bei der Herstellung eines Impfstoffs relevant sein könnte: Das charakteristische Spike-Protein. Jetzt werden Investoren gesucht.

Seit Mitte 2020 entwickelt das Biotechnologie-Unternehmen Bisy von Hofstätten an der Raab im Bezirk Weiz aus unterschiedlichste Eiweiße zum Beispiel für Medikamente. Im Rahmen ihrer Masterarbeit hat TU-Studentin Sarah Gangl jetzt dort gemeinsam mit Biotechnologin Claudia Rinnofner ein CoV-Protein hergestellt.

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„Es geht wirklich um die Zacken“

„Es geht wirklich um die Zacken, die so charakteristisch sind für das Virus; also diese Zackenproteine auf der Oberfläche. Das ist das sogenannte Spike-Protein und dort gibt es eine für uns ganz interessante Domäne, das ist die rezeptorbindende Domäne“, so Gangl..

„Auf der einen Seite bindet sich das Virus über diesen Rezeptor, über das Spike-Protein an die Wirtszelle, und wir werden dadurch krank. Und auf der anderen Seite wird es dadurch, dass es so an der Oberfläche ist, vom Körper erkannt, und wir bilden Antikörper dagegen aus“, erklärte Rinnofner.

Mit Hefe eingeschleust

Mit Hefe, in die Informationen über das nötige Protein eingeschleust wurden, haben die Forscherinnen das gesuchte Eiweiß entwickelt und kultivieren es – ganz ohne sonst übliches, giftiges Methanol. „Und wenn wir dann wirklich einen Hefestamm haben, der das Protein sekretiert, wir eine Ausbeute haben, dann können wir in großem Maßstab das Protein produzieren – zum Beispiel im Bioreaktor“, so Gangl.

Investorensuche läuft, Testphase könnte starten

Laut den Forscherinnen könnte man die Proteine in der Covid-Diagnostik für Antikörpertests nützen oder bei der Herstellung eines Impfstoffs. „Technisch ist das Ganze machbar, das haben wir demonstriert, für die wirkliche Umsetzung braucht es hauptsächlich Geld und Investoren“, so bisy-Gründer Anton Glieder.

In das sechsmonatige Pilotprojekt sei ein vergleichsweise winziges Budget von 15.000 Euro geflossen, so Glieder – jetzt stehe man vor der Testphase.