Soziales

Winternothilfe: 3.120 Übernachtungen

Die Caritas hat Bilanz über die Winternothilfe in der Steiermark gezogen und die Nothilfe für obdachlose Menschen in dieser Saison abgeschlossen: Es gab demnach hunderte Anrufe beim Kältetelefon und 3.120 Aufenthalte in der Winternotschlafstelle.

Die CoV-Pandemie stellte in den vergangenen Monaten auch die Winternothilfe der Caritas Steiermark vor große Herausforderungen: Ausgangsbeschränkungen machten es über Monate nötig, tagsüber eine Aufenthaltsmöglichkeit anzubieten; die Pandemie erforderte auch in der Nothilfe strikte Vorsichtsmaßnahmen, dazu kam lang andauernde große Kälte.

Niemand soll im Freien schlafen müssen

Jakob Url von der Caritas bedankte sich am Freitag bei den vielen Freiwilligen für die Unterstützung: „Wir konnten so vielen Menschen ohne Dach über dem Kopf Wärme schenken und für sie da sein.“ Die Caritas erweitert während der kalten Jahreszeit ihr Angebot und bietet, unterstützt von der Stadt Graz, zusätzlich zu den ganzjährigen Notschlafstellen eine Winternotschlafstelle an. Am Kältetelefon kann jeder, der wahrnimmt, dass ein Mensch im Freien nächtigt, ein Team benachrichtigen, das mit dem Kältebus vor Ort fährt und Unterstützung anbietet. Gemeinsames Ziel von Stadt Graz und Caritas ist, dass niemand im Freien schlafen muss.

52 Freiwillige leisteten 2.200 Einsatzstunden

Am Kältetelefon gingen 344 Anrufe ein. Mit dem Kältebus wurden 210 Ausfahrten getätigt, dabei wurde 254 Mal ein Verpflegungspaket mit heißem Tee, Jause und Süßigkeiten ausgegeben. 87 Mal teilte das Freiwilligen-Team ein Materialpaket, bestehend aus Schlafsack, Isomatte, Decke und Jacke aus, 18 Menschen, die im Freien angetroffen wurden, ließen sich überzeugen, in eine Notschlafstelle mitzukommen. 52 Freiwillige Helfer standen dafür 2.200 Stunden zur Verfügung.

Weniger Betten wegen Abstandsregel

In der Winternotschafstelle musste die Bettenanzahl in dieser Wintersaison laut Caritas Steiermark reduziert werden, um wegen der CoV-Pandemie genügend Abstand halten zu können. „Dank der Absprache mit den anderen Notschlafstellen mussten wir aber niemanden aus Platzmangel abweisen“, sagte Url.

Wer kein Dach über dem Kopf hat, findet in der Winternotschlafstelle einen warmen und sicheren Schlafplatz
Caritas
Wegen der CoV-Ausgangsbeschränkungen war die Notschlafstelle auch tagsüber geöffnet

Insgesamt gab es 3.120 Nächtigungen, 130 Menschen aus 25 verschiedenen Ländern wurden untergebracht. Von Mitte November bis Ende Februar war es aufgrund der Ausgangsbeschränkungen nötig, die Caritas-Notschlafstelle länger offenzuhalten und den Menschen dort die Möglichkeit zu geben, sich auch tagsüber vor Ort aufzuhalten.

Not-Kapazitäten in Grazer Hotel

Der Grazer Sozialstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP) wies ebenfalls auf die Herausforderungen durch das Coronavirus hin. „Gemeinsam mit unseren Partnern konnten wir ein umfangreiches Paket dazu schnüren. Für den Fall von CoV-positiven Obdachlosen haben wir vorgesorgt und hierfür ein Notquartier geschaffen – dazu wurden Not-Kapazitäten in einem Grazer Hostel vorgehalten und schnelle Testkapazitäten für Verdachtsfälle gesichert. Somit war es möglich, auch diese Zielgruppe gut durch den Corona-Winter zu begleiten“, sagte Hohensinner am Freitag.