Soziales

Immer mehr Mietrückstände in CoV-Krise

Viele Menschen können sich durch die CoV-Krise ihre Miete nicht mehr leisten, es gibt immer häufiger Mietrückstände, die Zahl der Delogierungen steigt. Deshalb suchen immer mehr Menschen Hilfe bei der Wohnungssicherungsstelle der Caritas.

Immer Menschen schlittern aufgrund der CoV-Krise in finanzielle und wirtschaftliche Turbulenzen. Xenia Graz betreibt einen Beauty-Salon in Pachern bei Graz. Vor der CoV-Pandemie hatte sie einen stetig wachsenden Kundenkreis, sie wollte das florierende Geschäft sogar vergrößern.

Xenia Graf musste wegen CoV mit ihrem Beauty Salon Insolvenz anmelden und konnte sich die Wohnung fast nicht mehr leisten
ORF
Xenia Graf schlitterte mit ihrem Betrieb in die Insolvenz und konnte sich die Wohnung fast nicht mehr leisten

Doch dann kam die Pandemie und mit jedem Lockdown blieben mehr Kunden aus. Im März musste Frau Graf aufgeben und Insolvenz anmelden. Die alleinerziehende Mutter hatte Mietrückstände, vor der drohenden Delogierung haben sie Caritas und eine Hilfsinitiative bewahrt, schilderte Frau Graf: „Ich wäre mit meinem Kind auf der Straße gestanden, ganz einfach. Ich hätte keine Unterkunft mehr gehabt, nichts.“

25 Prozent mehr Anfragen bei Beratungssstelle

Bei der Caritas-Beratungsstelle zur Existenzsicherung in Graz verzeichnet man deutlich mehr Anfragen als vor vor Beginn er CoV-Krise, konkret sind es fast um ein Viertel mehr Anfragen. Immer öfter geht es dabei um die Sicherung existenieller Grundbedürfnisse, erzählt Barbara Pessl von der Beratungsstelle: „Wie kann ich meine Miete bezahlen? Wie kann ich verhindern, dass mir der Strom abgedereht wird? Das ist wirklich um einiges mehr geworden. Man hat gemerkt, dass diese Einkommenseinbußen die Familien und die Haushalte enorm belasten.“

Wohnen wird zur Überlebensfrage

Sich Wohnen leisten zu können werde für immer mehr eine existenzielle Überlebens-Frage, sagt Caritas-Steiermark Direktor Herbert Beiglböck: „Diese Fragestellungen verschärfen sich zunehmend, weil ja auch die Wohnungspreise steigen; gerade in diesem Markt der eher günstigen Wohnungen haben wir ein großes Gedränge. Da drängen viele Leute hinein und das führt natürlich zu Steigerungen. Wir haben also geringere Einkommen und steigende Wohnungskosten, das ist eine Schere die den Menschen wirklich sehr, sehr nahe geht.“

Der Caritas-Direktor fordert unter anderem eine Erhöhung der Arbeitslosenunterstützung und ein Modell zur Stützung des Wohnungsmarktes, um Mietrückstände durch öffentliche Gelder aufzufangen.