Ein Arzt während einer HNO-Untersuchung
APA/HELMUT FOHRINGER
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Gesundheit

Stimmbandprobleme immer häufiger

Der 16. April ist der „Tag der Stimme“. Auch in der Steiermark nahmen Stimmbandprobleme zu, weil immer mehr Menschen ihre Stimme im Arbeitsalltag intensiv brauchen. Steirische HNO-Ärzte rufen dazu auf, Stimmprobleme ernst zu nehmen.

Heiserkeit, brechende Stimme, Schmerzen am Kehlkopf oder im schlimmsten Fall kompletter Verlust der Stimme – Stimmprobleme nahmen in den letzten Jahrzehnten stark zu, sagt Markus Gugatschka, Vorstand der Hals-Nasen-Ohren-Universitätsklinik am LKH Graz: „Wahnsinnig viele Erwerbstätige sind heutzutage auf ihre Stimme angewiesen. Callcenteragenten, Verkäuferinnen, beispielsweise in Parfümerien, wie laut da die Musik im Hintergrund ist. Wenn ich den ganzen Tag in einem klimatisierten Geschäft über diesen Hintergrundschall drüber sprechen muss, das kann für die Stimme nicht gesund sein.“

Diese jahrelange Belastung merke man immer häufiger an der so genannten „Altersstimme“, erklärt der Mediziner: „Nicht nur die Augen werden schlechter, auch die Stimme wird schlechter im Alter. Das ist aber ein Krankheitsbild, und vor zehn Jahren war das noch gar nicht geläufig.“

Operationen meist tagesklinisch

Hält beispielsweise Heiserkeit länger als drei Wochen an, rät Markus Gugatschka, dringend einen HNO-Arzt aufzusuchen, denn wartet man zu lange, kann es passieren, „dass man Veränderungen an der Stimmlippenschleimhaut bekommt. Was im Volksmund unter ‚Knötchen‘ oder ‚Zysten‘ bekannt ist“.

Diese müssen dann meist operiert werden – in Graz mittlerweile oft schon tagesklinisch. „Wichtig ist uns, dass wir vorher einen Stimmstatus machen. Das heißt, man schaut, was ist der Stimmumfang, was ist die leiseste Lautstärke, was ist die lauteste Lautstärke, die tiefste Frequenz, die höchste Frequenz. Da hat man quasi einen Fingerabdruck der Stimme“, so Gugatschka.

App zur Stimmerfassung in Arbeit

Einen solchen „Fingerabdruck der Stimme“ soll künftig auch das Smartphone aufzeichnen können: Derzeit entwickelt die HNO-Klinik gemeinsam mit der Technischen Universität Graz eine eigene App. „Die Vision ist, dass man dann irgendwann einmal zum Arzt kommt, die App herzeigt, und die App zeigt, aha, nach drei Stunden wird meine Stimme heiser, passiert das, passiert jenes. Also wie eine 24-Stunden-Blutdruckmessung. Zu jedem Zeitpunkt kann ich die Daten aus meiner Stimme herausholen“, sagt Markus Gugatschka. Im Moment läuft ein Testbetrieb; wann diese App serienreif sein wird, steht noch nicht fest.