Wanderer auf der Alm
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CoV: Viele Berge und Almen sind stark überlaufen

Viele Almen und Berge sind zurzeit überlaufen. Der bekannte Ennstaler Bergführer und Naturfotograf Herbert Raffalt rät im Sonntagsgespräch dazu, noch eher unbekannte Wanderziele zu wählen.

Der Trend zum Wandern hat sich seit Beginn der CoV-Pandemie verstärkt – kein Wunder, ist doch die Natur nicht von Beschränkungen betroffen. Grenzen gibt es dennoch – dort, wo Natur und Tiere unter dem Menschenansturm leiden, und das ist bei so manch’ überrannter Alm der Fall.

Mehr Ordnung ins System bringen

Im Teichalmgebiet etwa zählt man zu Spitzenzeiten bis zu 8.000 Autos täglich, die Wanderer zu einem von vielen Ausgangspunkten für Touren bringen. Um den Zustrom an Wanderern, Autos, Motorrädern und Radfahrern künftig besser lenken zu können, soll ein Mobilitätskonzept entwickelt werden – vom Verkehrsleitsystem über Sammeltaxis und weiteren Parkplätzen sei vieles denkbar.

„Wir haben manchmal alle Stellplätze auf den Parkplätzen voll, dann wird natürlich geparkt, wo es nicht sein dürfte, bei Einfahrten von Almen, da kann manchmal sogar der Tierarzt nicht rein. Wir haben nichts gegen die großen Frequenzen der Besucher, aber wir brauchen einfach mehr Ordnung im System“, sagt Erwin Gruber, der Obmann des Naturparks Almenland.

„Azyklisch unterwegs sein“

Alles eine Organisationsfrage, das sieht auch der bekannte Ennstaler Bergführer Herbert Raffalt im „Steiermark heute“-Sonntagsgespräch so – er nimmt aber jeden einzelnen in die Pflicht: „Manche Parkplätze sind überlaufen, und zu manchen Uhrzeiten ist es überlaufen, aber nicht generell. Ich glaube, wenn man selbst etwas dazu beiträgt und ein bisschen azyklisch unterwegs ist, wenn man sich Gebiete aussucht, die weniger bekannt sind, dann hat man Platz ohne Ende, dann kann man allein unterwegs sein.“

Herbert Raffalt: Abseits der Touristenströme wandern

„Nicht unsere Berge, sehr wohl aber die Parkplätze beliebter Urlaubsziele sind immer öfter überlaufen“, sagt der bekannte Ennstaler Bergführer Herbert Raffalt im „Steiermark heute“-Sonntagsgespräch mit Franz Neger. Der Naturfotograf rät dazu, abseits der Touristenströme noch eher unbekannte Wanderziele zu wählen.

Mehr Respekt vor Mensch und Natur gefragt

Der Bründlweg am Pogusch ist auch für Wanderer aus Niederösterreich und Wien ein beliebtes Ausflugsziel – im Gastro-Lockdown wird die Jause selbst mitgebracht, der Müll aber oft zurückgelassen: „Natürlich ist das Müllproblem sehr groß. Es wird viel Jause und Getränke mitgenommen, das wird dann irgendwo entsorgt, und wir müssen es einsammeln – und ich muss den Müllsack immer ins Auto packen und runterführen“, sagt Karin Schäffer vom Verein Bründlweg. Mehr Respekt vor Mensch und Natur würde das Miteinander vielerorts wohl erleichtern, so der allgemeine Tenor.