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Verkehr

Mopedführerschein: Mehr Praxis nötig

Die Ausbildung zum Mopedführerschein für 15-Jährige sei zu billig und zu kurz, das sagen Experten des Vereins „Große schützen Kleine“. Sie fordern daher nun eine Ausweitung der bisherigen Ausbildung.

Von mehr als 2.600 Mopedunfällen von Jugendlichen zwischen 15 und 16 Jahren jährlich in Österreich passiere jeder zweite Sturz innerhalb von zwei Monaten nach der Führerscheinprüfung, gut ein Drittel verletzt sich dabei schwer, wie die Grazer Experten informierten.

Meist Verletzungen an Beinen und Armen

Sobald es das Wetter zulässt und das Moped aus der Garage geholt wird, häufen sich auch die Unfälle bei den 15- und 16-jährigen Mopedlenkern. Der Verein „Große schützen Kleine“ an der Uniklinik für Kinder- und Jugendchirurgie Graz hat eine Online-Erhebung unter 450 jugendlichen Mopedführerscheinbesitzern durchgeführt und kennt nun die oft schweren Unfallhergänge von jugendlichen Mopedlenker genau. Zumeist handelt es sich um Verletzungen der Beine und Füße (56 Prozent), gefolgt von Armen und Händen (20 Prozent). Kopf und Halswirbelsäule sind zu rund 14 Prozent betroffen – das sei laut den Experten auf die Schutzwirkung des Helmes zurückzuführen.

Fahrpraxis müsse ausgeweitet werden

Wie sich zeigte, hatte bereits die Hälfte der Befragten einen Unfall erlitten. Man plädiere daher für eine Ausweitung der Fahrpraxis in der Mopedausbildung. Auch Radfahrtraining und Simulationen, bei denen Jugendliche brenzlige Situationen real erleben könnten, haben Studien zufolge einen sehr positiven Effekt auf die Fahrkompetenz", betonte Holger Till, Vorstand der Grazer Uniklinik für Kinder- und Jugendchirurgie und Präsident des Vereins.

Zwei weitere Übungsfahrten im Verkehr hält Studienautor Peter Spitzer für sinnvoll. „Die Ausbildung zum Mopedführerschein ist grundsätzlich zu billig und zu kurz. Gerade für die 15-Jährigen ist eine vertiefende Ausbildung der Risikokompetenz wichtig. Im Gegenzug sollte die inhaltliche Verknüpfung mit dem Führerschein B verbessert werden, dann könnten die Mehrkosten beim Mopedführerschein durch Modulerlässe beim Führerschein B wieder teilweise kompensiert werden könnten“, regte Spitzer an.

Ausbildung sollte früher beginnen

Die aktuelle Ausbildung umfasst sechs Einheiten Theorie und eine Theorieprüfung am PC, sowie sechs Einheiten am Übungsplatz und zwei Stunden auf der Straße. Wer den Führerschein hat, darf ab dem vollendeten 15. Lebensjahr ein Moped lenken. „Eine mehr oder weniger begleitete und reflektierte Praxisausfahrt im Verkehr im Rahmen der aktuellen Ausbildung ist zu wenig. Es bedarf eines schlüssigen und logisch aufbauenden Konzepts der Verkehrs-, Sicherheits- und Risikoerziehung von der Volksschule bis hin zum Führerschein B“, hielt Studienautor Peter Spitzer fest.