Universalmuseum Joanneum Museumsviertel
Universalmuseum Joanneum/N. Lackner
Universalmuseum Joanneum/N. Lackner
Kultur

Joanneum nimmt NFT-Zertifikate in Sammlung auf

Das Universalmuseum Joanneum in Graz nimmt – möglicherweise als erstes Museum weltweit – zwei NFT-Zertifikate in seine Sammlung auf. NFT steht für „Non-Fungible Token“ und bezeichnet digital zertifizierte Kunst.

NFT-Zertifikate kamen vor rund neun Jahren im Fahrwasser von Kryptowährungen auf. In den vergangenen Monaten gerieten sie international in die Schlagzeilen, weil NFT-Kunstwerke bei Auktionen plötzlich bis zu dreistellige Millionen-Dollar-Beträge erzielten und digital zertifizierte Kunst dieser Art somit große Spekulationsgewinne versprach.

Digitale Zwillinge von existierenden Kunstwerken

Die beiden Künstler Tom Lohner und Feromontana übergaben die mittels Blockchain-Technologie zu digitalen Unikaten gemachten Werke nun dem Joanneum. Die Idee der beiden Künstler, die digitalen Zwillinge der bereits physisch existierenden Originale namens „Electricity“ und „308 Still in the Can“ dem Joanneum zu schenken, fand die Unterstützung von Kulturlandesrat Christopher Drexler (ÖVP).

Weltweites Interessen an NFT-Zertifikaten

Durch diese neuen Zertifikate sei das Joanneum in einer internationalen Vorreiterrolle, so der Landesrat. Laut Joanneum sei man das erste Museum weltweit, das NFT-Kunst in die Sammlung aufnimmt. Mit der Frage der möglichen Bedeutung von NFT-Zertifikaten für ihre Sammlungen beschäftigen sich Museen derzeit weltweit – unter anderem hat das New Yorker Guggenheim-Museum eine Arbeitsgruppe dazu eingerichtet.

Auch in Graz wartet man ein wenig ab: Seitens des Joanneums hieß es, dem Universalmuseum gehe es hier um die „Dokumentation einer neuen technischen Entwicklung“. Die beiden NFT-Werke seien zunächst in die Sammlung aufgenommen; sie könnten eines Tages aber auch „projektbezogen“ Teil einer Ausstellung werden.