Unterricht in der Pflegeschule
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Wirtschaft

„ProPraxis“: AMS stellt Förderungen ein

Das mögliche Aus der Gesundheits- und Pflegeschule „ProPraxis“ in Seiersberg bei Graz führt dazu, dass es nun auch keine Förderungen des AMS mehr gibt. Indessen kämpft die Arbeiterkammer um schon bezahlte Schulgelder.

An der Haltung des Landes Steiermark hat sich nichts geändert: Der Schulbetrieb sei nach dem Entscheid des Verwaltungsgerichtshof einzustellen, heißt es – mehr dazu in Weiter Wirbel um Gesundheitsschule „ProPraxis“ (19.5.2021). Laut Schülerschaft fände aber immer noch Unterricht statt, obwohl alle öffentlichen Stellen betonen, dass künftig abgelegte Prüfungen bei „ProPraxis“ keine Gültigkeit mehr haben.

Keine weiteren Ausbildungen mehr möglich

Jetzt stellt auch das Arbeitsmarktservice die Förderung der Ausbildung ein, sagt AMS-Chef Karl Heinz Snobe: „Wir haben bei ‚ProPraxis‘ in Einzelfällen arbeitslosen Personen eine Qualifizierung oder Weiterbildung ermöglicht. Diese Qualifizierung beenden wir jetzt und ermöglichen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, dass sie bei einer anderen Krankenpflege-Schule ihre Ausbildung abschließen können. Und wir genehmigen natürlich keine weiteren Ausbildungen mehr bei dieser Einrichtung.“

AK kämpft um schon bezahlte Schulkosten

Damit steht für die Schülerinnen und Schüler bei „ProPraxis“ demnächst ein Schulwechsel an. Unsicherheit herrscht für sie allerdings noch bei der Frage, was mit den schon im Vorab gezahlten Schulkosten passiert – oft 7.000 Euro und mehr für zweijährige Ausbildungen.

Bei der Arbeiterkammer hat man eigens eine Hotline für Betroffene eingerichtet. Alexander Gratzer ist bei der AK für Gesundheit, Pflege und Betreuung zuständig und sagt, man helfe dabei, das Geld zurückzubekommen, „und wenn es hier zu Problemen bei der Rechtsdurchsetzung von bereits bezahlten Schulgeldern kommt, dann mögen sich die Betroffenen an die Arbeiterkammer wenden“.

Klage und Genehmigungsantrag eingebracht

„ProPraxis“ will aber noch nicht aufgeben und brachte Klage beim Verfassungsgerichtshof ein; zudem gab man noch einmal einen Genehmigungsantrag bei der Fachabteilung ab. Der Unterricht wird ebenfalls fortgesetzt, obwohl das Land den Schulbetrieb mit 6. Mai offiziell eingestellt hat. Die Schülerinnen und Schüler können deshalb auch keine Abschlussprüfung machen, weil die Prüfer das Land stellen muss, das aber nicht mehr tue, so „ProPraxis“ – mehr dazu in „ProPraxis“: Verhärtete Fronten (20.5.2021).