Kinder spielen im Freibad  im Wasser (Unterwasseraufnahme).
APA/dpa/Emily Wabitsch
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Chronik

13-Jähriger nach Badeunfall reanimiert

Im Voitsberger Freibad musste Dienstagabend ein 13-Jähriger nach einem Badeunfall reanimiert und anschließend in künstlichen Tiefschlaf versetzt werden. Experten warnen nun einmal mehr vor den Gefahren im Freibad.

Ein jugendlicher Badebesucher entdeckte den 13-Jährigen leblos im Wasser treibend. Durch sein rasches Handeln wurde er wohl zum Lebensretter: Gemeinsam mit anderen Badegästen zog er den 13-Jährigen aus dem Wasser.

In künstlichen Tiefschlaf versetzt

Eine zufällig anwesende Krankenpflegerin des LKH Weststeiermark begann mit Unterstützung eines Rettungssanitäters sofort mit der Wiederbelebung. Als der Notarzt eintraf, konnte der 13-Jährige bereits wieder selbstständig atmen, war aber weiter bewusstlos, weshalb er in künstlichen Tiefschlaf versetzt und anschließend mit dem Hubschrauber ins LKH Graz gebracht wurde. Der Zustand des Jugendlichen ist laut Polizei mittlerweile stabil.

Weitere Ermittlungen zum genauen Unfallhergang laufen noch. Mögliche Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei in Voitsberg zu melden.

Hälfte der Ertrinkungsfälle passiert in Freibädern

Generell warnen Experten zum Start der Badesaison einmal mehr vor Badeunfällen. Denn Ertrinken sei bei Kindern unter fünf Jahren die häufigste tödliche Unfallursache, bei den fünf bis 14-Jährigen die zweithäufigste. Bei Kleinkindern reiche zum Ertrinken bereits eine Wassertiefe von weniger als zehn Zentimetern, heißt es seitens des Vereins „Große schützen Kleine.“

Fast die Hälfte der Ertrinkungsunfälle passiert in öffentlichen Schwimmbädern oder Seen, rund ein Viertel im eigenen Pool, wobei die Überlebensrate in öffentlichen Schwimmbädern in der Regel größer sei, heißt es, da der Unfall meist rasch bemerkt wird – wie zuletzt auch im Voitsberger Freibad.

200 Kinder jährlich nach Badeunfällen im LKH Graz

Zur Ertrinkungsgefahr würden aber auch noch zahlreiche Unfälle mit Wasserrutschen und Sprungtürmen kommen, bei denen Kinder teils schwer verletzt werden, warnen die Unfallexperten, dazu kommen Stürze auf rutschigen Böden und Zusammenstöße mit anderen Badegästen.

Dreiviertel solcher Unfälle geschehen in öffentlichen Bädern: „Pro Jahr werden an unserer Klinik 150 bis 200 Kinder und Jugendliche nach Unfällen in öffentlichen Bädern und Seen oder am eigenen Pool versorgt. In gut der Hälfte der Fälle ziehen sich die jungen Patienten Prellungen, Zerrungen oder Verstauchungen zu – und hier ist die Wirbelsäule überproportional betroffen", sagt der Vorstand der Kinderklinik und Präsident des Vereins „Große schützen Kleine“, Holger Till.

Experten geben Sicherheitstipps

Im privaten Bereich raten die Unfallexperten, Pools und Teiche mit einem Zaun oder eine versperrbaren Überdachung zu sichern, um Ertrinkungsfälle zu verhindern. Auch elektronische Sicherheitssysteme, die Alarm schlagen, wenn ein Kind unbeobachtet ins Wasser geht, können helfen. Kleinkinder sollen nur mit Erwachsenen ins Wasser gehen, auf Schwimmhilfen allein, dürfe man sich laut Experten nicht verlassen.