Sag’s multi Trophäe
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Bildung

„Sag’s Multi“: Fünf SteirerInnen prämiert

In Österreich werden etwa 250 verschiedene Sprachen gesprochen – auf diesen Sprachschatz zielt der Jugend-Redewettbewerb „Sag’s Multi“ ab. Beim großen Finale wurden nun 32 Jugendliche ausgezeichnet – fünf von ihnen stammen aus der Steiermark.

Das Besondere an „Sag’s Multi“: Die teilnehmenden SchülerInnen wechseln in ihren Reden zwischen Deutsch und ihrer Muttersprache/Erstsprache oder einer erlernten Fremdsprache.

Digital, analog – mit Distanz und doch viel Nähe

Insgesamt wurden im vergangenen Herbst 350 SchülerInnen von ihren Schulen nominiert, 272 qualifizierten sich mit dem Video ihrer Kurzrede für die Hauptrunde, mit einer weiteren (Video-)Rede qualifizierten sich dann 133 TeilnehmerInnen für die Finalrunde. Dort waren dann 25 Sprachen zu hören, RednerInnen aus allen Bundesländern im Alter zwischen Zwölf und Anfang 20 bezogen Position – für Frauenrechte, Klimaschutz, Demokratie, Diversität und vieles mehr.

Fünf steirische Preisträger

Insgesamt wurden heuer bei „Sag’s Multi“ 24 Mädchen und acht Burschen von Schulen aus ganz Österreich prämiert, unter ihnen auch fünf Schülerinnen und Schüler aus der Steiermark.

"Ich werde dafür einstehen, dass die Gesellschaft beginnt, uns beeinträchtigte Menschen als gleichberechtigte Mitglieder der heutigen Gesellschaft zu akzeptieren.“ Maria Javornik ist 19 Jahre alt und Schülerin der HTBLA Kaindorf an der Sulm und hat in ihren Reden zwischen Deutsch und Slowenisch gewechselt.

„Ja, die Demokratie braucht auch meine Stimme. Aber nicht nur bei der Wahl. Meine und Ihre Stimme können auch im Alltag gegen Unwahrheiten, gegen Homophobie, gegen Rassismus kämpfen. Denn die Demokratie an sich ist wertlos. Wir, mit unseren Stimmen, machen sie erst wertvoll.“ In Deutsch und Kroatisch hat Fabijan Berket seine Reden gehalten – er ist 18 Jahre alt und Schüler des Privatgymnasiums Ursulinen in Graz.

„Tatsächlich war es früher oft der Fall, ich hoffe, ich kann von früher sprechen, dass Menschen wie ich, die einen Migrationshintergrund haben, oft ausgeschlossen wurden. Aber wie können wir uns das erklären? Bin ich anders? Natürlich! Ich bin ich! Sehe ich anders aus? Natürlich! Ich bin Alex! Mache ich etwas falsch? Aber ich versuche doch, das Richtige zu tun. Diese Gedanken schwirren einem durch den Kopf.“ Alexandra Miholca ist 13 Jahre alt, hat ihre Reden in Rumänisch und Deutsch gehalten und ist Schülerin der NMS Kalsdorf.

"Rassismus ist eine Ideologie, nach der Menschen aufgrund äußerlicher Merkmale als ‚Rasse‘ kategorisiert und beurteilt werden. ‚White privilege‘ ist die Tatsache von Menschen mit weißer Haut, die Vorteile in der Gesellschaft haben, die nicht-weiße nicht haben: Das Konzept des ‚white privilege‘ erklärt, warum weiße Menschen einen besseren Zugang zu den rechtlichen und politischen Institutionen der Gesellschaft haben.“ Malika Mustapajev hat ihre Reden in Englisch und Deutsch gehalten, ist zwölf Jahre alt und Schülerin des Pestalozzi-Gymnasiums Graz.

„Das Geschenk ist Leben“: Ein Satz aus der Rede zum Thema Klimaschutz von Chisom Ezike in der Finalrunde. Chrisom hat in ihren Reden zwischen Englisch und Deutsch gewechselt, ist 13 Jahre alt und Schülerin des Herta Reich-Gymnasiums in Mürzzuschlag in der Steiermark.

Van der Bellen: „Jedes Thema braucht Eure Stimme“

In einer Videobotschaft zum Abschluss würdigte Bundespräsident Alexander Van der Bellen die Redekunst der TeilnehmerInnen: "Von Tschetschenisch bis Urdu, von Farsi bis Dänisch – diese Vielfalt ist etwas Schönes und Wertvolles, denn sie ist sowohl Spiegelbild als auch Vorbild unserer Gesellschaft hier in Österreich. Jedes Thema, über das Ihr gesprochen habt, ob Diversity, LGBTQ, Frauenrechte oder Klimakrise, braucht Eure Stimme. Ihr seid Teil einer Generation, die viel bewirken wird, die viel zu sagen hat. Ich werde aufmerksam zuhören. Und das sollten wir alle.“