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APA/Georg Hochmuth
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Gesundheit

Vorschulkinder vermehrt geimpft

Durch die CoV-Pandemie sind Impfungen gegen andere Krankheiten in den vergangenen Monaten kaum ein Thema gewesen. Bei Kinderimpfungen gab es im Vorjahr im Vergleich mit dem Jahr 2019 aber dennoch einen deutlichen Anstieg.

Das Plus bei den Masern-Mumps-Röteln-Impfungen bei Null- bis Sechsjährigen beträgt rund 1,3 Prozent, bei der Sechsfachimpfung liege das Plus im Vergleich zum Jahr 2019 bei rund 0,8 Prozent. Insgesamt wurden somit im Vorjahr bei den niedergelassenen Ärzten bei Vorschulkindern fast 2.000 Impfungen mehr verabreicht als 2019, hieß es am Montag bei der Präsentation der steirischen Kinderimpfzahlen.

Oststeiermark hinkt hinterher

Unter Berücksichtigung der CoV-Pandemie wertet Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) die leichten Steigerungen bei den Kinderimpfungen als Erfolg. Derzeit hätten knapp 85 Prozent der Vorschulkinder eine MMR- und eine Sechsfachimpfung: „Es gibt einige Bezirke in der Steiermark, die stechen hervor, wie die Südoststeiermark – da sind wir bei über 90 Prozent. Dann gibt es noch einige Bezirke, da müssen wir noch mehr informieren.“ Das sind laut Bogner-Strauß die Bezirke Weiz und Hartberg-Fürstenfeld.

Während in der Altersgruppe der Null- bis Sechsjährigen also leichte Steigerungen bei den Impfraten zu verzeichnen sind, gibt es im Pflichtschulalter einen Rückgang, sagt Ärztekammer-Präsident Herwig Lindner, „weil durch Klassenschließungen, Schulschließungen und Lockdowns Impfaktionen ausgefallen sind. Mein Aufruf an die Jugendlichen und die Eltern lautet, Impfungen nachzuholen“. Konkret sind die Impfzahlen bei der Diphterie-Tetanus-Auffrischung, der Polio-Auffrischung und der Pertussis-Auffrischung gesunken.

Regelmäßige Untersuchung von Kindern gefordert

Hans-Jürgen Dornbusch, Obmann der Fachgruppe Kinder- und Jugendheilkunde in der Ärztekammer Steiermark, schlägt deshalb vor: „Ein großer Schritt vorwärts wäre ein Juniorcheck, also eine routinemäßige Jugenduntersuchung, die in bestimmten Altersschritten stattfindet, wo man die Kinder und Jugendlichen in die Ordination bekommt, dann kann die Überzeugungsarbeit mit Eltern und Jugendlichen geleistet werden.“

Soziallandesrätin Doris Kampus (SPÖ) bezeichnet das Impfen bei der Präsentation der Kinderimpfbilanz als Akt der Solidarität, „weil ich Menschen schützen muss, die sich selbst nicht so gut schützen können. Es gibt Menschen, die können nicht geimpft werden.“ Dazu zählt etwa die Coronavirus-Schutzimpfung bei den Jüngsten – diese ist momentan erst ab dem zwölften Lebensjahr zugelassen.