Das Atomkraftwerk Krsko im Vordergrund ein Acker
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Politik

Politik kritisiert Krsko-Modernisierungspläne

Bei der steirischen Landespolitik zeigte man sich am Freitag mit wenig Verständnis für die Modernisierungspläne bezüglich des AKW Krsko. Landeshauptmann Schützenhöfer (ÖVP) zeigte sich „verwundert“, auch bei FPÖ und Grünen herrschte Unverständnis.

Das AKW Krsko ist in gemeinsamem Betrieb und Besitz von Slowenien und Kroatien. Vorgesehen ist ein zweiter Reaktorblock. Das Kernkraftwerk an der Save ist rund 40 Jahre alt, die Betriebszeit soll bis zum Jahr 2043 verlängert werden. Für Kritik sorgt seit jeher auch die Lage auf einer Erdbebenlinie, die durch das dortige Gurkfeld verläuft.

Umweltverträglichkeitsprüfung und Standards

„Wir sind verwundert über den Beschluss des slowenischen Parlaments, dass es zu einer Erweiterung des AKW kommen soll, während anderswo Atomkraftwerke geschlossen werden. Wir haben immer länderübergreifende Umweltverträglichkeitsprüfungen gefordert“, sagte Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP).

Schützenhöfer sagte weiters, es müssten die maximalen Sicherheitsstandards gewährleistet sein. „Dennoch werden wir wie bisher auf Gespräche mit Slowenien setzen und diese auch fortführen“, so Schützenhöfer.

FPÖ: Völlig inakzeptabel

Der steirische FPÖ-Klubobmann Mario Kunasek nannte die slowenischen Pläne für einen neuen Reaktorblock völlig inakzeptabel. „Es braucht nun massiven außenpolitischen Druck, um Slowenien hier zum Einlenken zu bringen. Der weitere Ausbau des AKW Krsko stellt für Österreich, aber auch für andere Länder eine massive Gefährdung dar“, sagte Kunasek.

Grüne: „gefährlich, zu langsam und zu teuer“

Die steirische Grünen-Landtagsklubobfrau Sandra Krautwaschl sagte am Freitag, Klimaschutz und Atomkraft gingen nicht miteinander. Slowenien wolle sich mit seiner „Klimastrategie bis 2050“ offenbar ganz klar langfristig auf Kernkraft festlegen, diese sei aber eine Hochrisiko-Technologie – „gefährlich, zu langsam und zu teuer.“ Aus Grüner Sicht hätte es die Steiermark in der Hand, Slowenien beim Atom-Ausstieg zu unterstützen: „Bekanntlich haben wir in der Steiermark ein enormes Potenzial und eine unvergleichliche Expertise in Sachen Erneuerbare Energien“, sagte Krautwaschl.

Proteste im Juni

Erst im Juni hatten Umweltschutzorganisationen aus sechs Ländern haben am Mittwoch direkt vor dem slowenischen Atomkraftwerk Krsko für die Abschaltung des 40 Jahre alten Reaktors demonstriert – mehr dazu in Umweltschützer protestierten vor AKW Krsko (kaernten.ORF.at).