Politik

Grüne und FPÖ orten Skandal bei Naturgasanlage

Grüne und FPÖ orten einen Skandal rund um die Naturgasanlage Leibnitzerfeld-Süd – bis zu 20 Mio. Euro könnten demnach in den Sand gesetzt worden sein.

Lambert Schönleitner (Grüne) und Mario Kunasek (FPÖ) – eine Allianz mit Seltenheitswert, im Falle der Naturgasanlage Leibnitzfeld-Süd aber unbedingt nötig, bekräftigen beide. „Das zeigt die Wichtigkeit der Sache. Wir haben uns deshalb zusammengetan, weil es um Kontrolle geht, um viel Steuergeld geht, wo es auch eine Mehrheit braucht, um entsprechend wirken zu können, und diese Naturgasanlage, die nie funktioniert hat, ist leider ein Negativbeispiel“, so Kunasek.

Anlage wurde bislang nie wirklich betrieben

2010 wurde das Projekt Leibnitzerfeld-Süd von den Gemeinden Gamlitz, Straß, Ehrenhausen, St. Veit und Gabersdorf eingeleitet. Spätestens seit 2014 soll aber bekannt gewesen sein, dass die Naturgasanlage technisch nicht einwandfrei funktioniere – laut Grünen und FPÖ wurden die Probleme aber bewusst unter den Tisch gekehrt, und jetzt, nachdem die Anlage nie wirklich betrieben worden sei, winke ein Millionengrab, mutmaßen die Parteien.

Bis zu 20 Millionen Euro Schaden

17 bis 20 Mio. Euro zu Lasten der Steuerzahler, warnt Lambert Schönleitner: „Ich glaube, hier braucht es Transparenz, dass die Landesregierung nicht kontrolliert und hier nicht eingestiegen ist, früh genug, um den Schaden zu begrenzen, das ist aus unserer Sicht wirklich skandalös und stimmt uns sehr nachdenklich.“

Die Grünen brachten den angeblichen Skandal im Februar an die Öffentlichkeit und schalteten mittlerweile mit Hilfe der FPÖ den Rechnungshof ein: „Da wäre der Landeshauptmann (Hermann Schützenhöfer von der ÖVP, Anm.) auch aufgefordert, jetzt sofort auch dafür zu sorgen, einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer in diese Gebarung Einblick nehmen zu lassen und das zu veröffentlichen“, so Kunasek.

Personelle Konsequenzen für den Fall des Falles

Auch personelle Konsequenzen werden von beiden Parteien in weiterer Folge gefordert: „Wenn sich das alles bestätigt, was wir jetzt vermuten, dann ist es für uns ganz einfach unerlässlich und notwendig, dass die beiden Köpfe des Skandals, der Gamlitzer Bürgermeister Karl Wratschko und der Straßer Bürgermeister Reinhold Höflechner (beide ÖVP, Anm.) darüber nachdenken, ob sie noch irgendeinen Boden in der Kommunalpolitik haben können“, sagt Schönleitner, und Kunasek ergänzt: „Dann bleibt nichts anderes über als zumindest die Vorstandsmitglieder dieses Abwasserverbandes, ganz vorne Obmann Karl Wratschko, dass diese den Hut nehmen.“

Dennoch fürchten beide Parteien, dass der finanzielle Schaden rund um die Naturgasanlage Leibnitzerfeld-Süd bereits angerichtet sei.