Bundesheer desinfiziert und übernimmt obersteirisches Pflegeheim
APA/Erwin Scheriau
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Coronavirus

„Tannenhof“: Gutachten liegen vor

Nach den vielen CoV-Fällen im obersteirischen Pflegeheim „Tannenhof“ und dem benötigten Einsatz des Bundesheeres ermittelt weiter die Staatsanwaltschaft; nun sind sämtliche Gutachten eingelangt.

Im vergangenen Herbst waren von mehr als 40 Bewohnerinnen und Bewohnern des Pflegeheims etwa 90 Prozent positiv auf das Coronavirus getestet worden, 18 starben; zusätzlich waren drei Viertel des Pflegepersonals positiv oder als Kontaktpersonen der Kategorie 1 in Quarantäne. Daraufhin musste das Bundesheer mit Sanitätern anrücken und die Betreuung im Heim für etwa eine Woche übernehmen – mehr dazu in CoV: Heer übernimmt Pflegeheim im Mürztal (30.11.2020).

Ermittelt wird konkret wegen Vernachlässigung und Gefährdung von Personen mit übertragbaren Krankheiten; mit den nun vorliegenden Gutachten – Obduktionsgutachten, ein Pflegegutachten und ein Hygienegutachten – könnten noch weitere Ermittlungen nötig sein. Vorerst werden die Ergebnisse geprüft, so Sprecherin Yvonne Huber von der Staatsanwaltschaft Leoben.

Die unabhängige Expertenkommission zur Aufarbeitung der Vorfälle, die im April eingerichtet worden war – mehr dazu in Pflegeheim Tannenhof: Kommission bestellt (8.4.2021) –, hat bisher noch keine Ergebnisse öffentlich vorzuweisen – diese sollen bei einem Pflegegipfel im Oktober vorgestellt werden. Die Expertenkommission habe bis dahin noch einige Termine wahrzunehmen, hieß es seitens des Landes Steiermark, das die Kommission im Frühjahr zusammengestellt hatte.