Asylpolitik in Österreich und der EU
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Chronik

Zahl der Asylwerber steigt wieder leicht

Nach einem Rückgang in den letzten Jahren haben in den vergangenen Monaten wieder mehr Menschen aus Krisenregionen in Österreich einen Asylantrag gestellt. Das ist auch in der Steiermark zu spüren.

Derzeit sind rund 2.700 Asylwerber in der Steiermark in der sogenannten Grundversorgung, der überwiegende Teil davon – 2.624 – in der Grundversorgung des Landes, 90 sind in Bundesbetreuung.

Mit 2015 nicht vergleichbar

Damit ist die Zahl der Asylwerber wieder leicht gestiegen. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren rund 100 Menschen weniger in Landesbetreuung, 2019 und 2018 waren es mit 3.500 bzw. 5.500 deutlich mehr. Mit der Situation von 2015 ist das aber nicht vergleichbar: Seither gingen die Zahlen insgesamt stark zurück, heißt es aus dem Büro der zuständigen Landesrätin Doris Kampus (SPÖ).

Auch von der Caritas, die die Menschen in Grundversorgung betreut, heißt es, man nehme einen leichten Zuwachs wahr, die Kapazitäten seien aber noch lange nicht ausgeschöpft.

Syrien, Afghanistan, Irak

Die Asylwerber kommen hauptsächlich aus Syrien, Afghanistan und aus dem Irak: Laut Landesangaben werden derzeit mehr als 700 Menschen aus Syrien betreut, rund 550 aus Afghanistan und etwas mehr als 400 aus dem Irak. 86 Asylwerber, die derzeit in der Steiermark sind, sind unbegleitete Minderjährige.

Die Steiermark verteile regional ausgewogen, heißt es aus dem Büro Kampus – in kleinere Quartiere und nach Absprache mit den Gemeinden: Nur 24 Quartiere würden von mehr als 30 Personen bewohnt. Alle Bezirke hätten – gemessen an der Gesamtbevölkerung – einen Anteil an Asylwerbern von unter 0,31 Prozent.

Weitere Entwicklung schwer abschätzbar

Wie sich die Situation angesichts der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan entwickelt, sei aber noch schwer einzuschätzen: Hier gibt es verschiedene Meinungen von Politikern und Experten.

FPÖ fordert „No-Way-Politik“

In einer Reaktion fordert FPÖ-Landesparteisekretär Stefan Hermann eine „No-Way-Politik“: „Die steigenden Asylzahlen sind ein absolutes Alarmsignal und müssen politische Maßnahmen zur Folge haben. Es braucht strikte Zurückweisungen an der Grenze, und seitens des Landes Steiermark dürfen keinesfalls zusätzliche Ressourcen für Asylwerber zur Verfügung gestellt werden.“ Die Freiheitlichen werden im Landtag einen Antrag stellen, in dem sie fordern, „dass keine neuen vom Land finanzierten Quartiere aufgesperrt werden und keinesfalls Aufstockungen der bestehenden Unterkünfte erfolgen dürfen“. Aus freiheitlicher Sicht brauche es eine "konsequente ‚No-Way-Politik‘“, so Hermann.