Weinlese
ORF
ORF
Wirtschaft

Weinlese startet: Qualität vor Quantität

In den nächsten Tagen beginnt in der Steiermark die Weinlese. Mengenmäßig erwarten die Winzer heuer zwar eine etwas kleinere Ernte, der milde Spätsommer dürfte aber für sehr gute Qualität gesorgt haben.

Die knapp 2.000 steirischen Weingüter produzieren im Durchschnitt rund 245.000 Hektoliter Wein pro Jahr. Heuer dürfte es etwas weniger werden, so Werner Luttenberger, Leiter des Weinbaureferats in der Landwirtschaftskammer: „Wir erwarten im heurigen Jahr eine etwas kleinere Ernte – diese wird knapp unter 240.000 Hektoliter liegen.“

Doch die Qualität des Weines dürfte heuer außergewöhnlich gut werden, heißt es. Ein Hauptgrund: Das momentane Wetter: „Diese tiefen Temperaturen, die wir in der Nacht haben, sprich acht oder neun Grad, und tagsüber an die 25 Grad, das ist optimal für die Ausbildung der Fruchtaromen. Wir sehen einer sehr, sehr guten Ernte entgegen.“

Zwei blaue Augen

Wettermäßig seien die steirischen Winzer heuer generell mit zwei blauen Augen davon gekommen, so Luttenberger: „Wir hatten zweimal ein Riesen-Glück in der Steiermark: Zum einen hat uns der lange Winter viel Schnee auf der Koralm beschert und von dort kalte Winde ins steirische Weinland geweht. Und diese kalten Winde haben den Austrieb verzögert, sodass es, Gott sei Dank, zu keinen Frostschäden gekommen ist.“

Das zweite große Glück war die, dadurch ebenfalls verspätete, Rebblüte im Juni: „Da hatten wir einen Tag dabei, an dem es nur zwei Grad Celsius gehabt hat in der Früh, das kann man sich im Juni gar nicht vorstellen. Aber diesen Tag hat es gegeben und da wäre die Blüte komplett abgefallen und wäre verloren gegangen. Gott sei Dank ist das nicht passiert.“

Hoffen auf Erntehelfer aus dem Ausland

Doch ganz sorgenfrei blickt Werner Luttenberger der bevorstehenden Weinlese dennoch nicht entgegen. Der Grund: Die steigenden Coronazahlen: „In der Weinernte sind wir natürlich sehr, sehr stark von ausländischen Arbeitskräften abhängig, von Grenzgängern, die aus Slowenien zu uns kommen. Sollte die Grenze dicht sein, haben wir mit Sicherheit ein ganz, ganz massives Problem. Das ist uns bekannt.“ Denn dann könnten viele steirische Winzer ihre Ernte schlicht und ergreifend nicht vollständig einbringen, so Luttenberger.