TU Graz
ORF.at/Christian Öser
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Wissenschaft

Neues Doppler-Labor an TU Graz eingerichtet

Die TU Graz hat am Dienstag ein neues Doppler Labor für Messsysteme eingerichtet, die auch bei rauen Betriebs- und Umgebungsbedingungen präzise Messergebnisse liefern. Firmenpartner sind der Stahlkonzern voestalpine und die Grazer AVL.

Hitze, Staub, elektromagnetische Strahlung: Unter schwierigen Betriebs- und Umweltbedingungen, wie sie etwa in der Eisen- und Stahlindustrie vorherrschen, stoßen herkömmliche Messsysteme mitunter an ihre Grenzen. Unpassende und fehlende Messtechnologie kann in diesen Sparten aber zu unnötig hohem Rohstoffverbrauch führen.

Effizientere industrielle Prozesse als Ziel

Die elektrische Messtechnik spielt seit der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts daher eine wesentliche Rolle, um industrielle Prozesse effizient und umweltfreundlich zu gestalten, sind die Forschenden des Instituts für Elektrische Messtechnik und Sensorik in Graz überzeugt.

Das Anwendungsfeld des neuen Christian Doppler (CD) Labors reicht von der Stahlherstellung bis zur Alterungsvorhersage für Lithium-Ionen-Batterien, wie es in einer Mitteilung der TU Graz hieß. „Wir wollen nicht nur Ergebnisse für neue Messsysteme und Sensorlösungen zum Vorteil unserer Firmenpartner hervorbringen, sondern auch das grundlegende Verständnis der Ursachen von sowie den Umgang mit schwach ausgeprägten Sensorsignalen verbessern“, erklärte Laborleiter Hannes Wegleiter die Stoßrichtung des Labors bis zum Jahr 2028.

Bessere Alterungsvorhersage für Lithium-Ionen-Batterien

Wegleiter leitet das CD-Labor und führt seit mehreren Jahren die Arbeitsgruppe „Energy Aware Measurement Systems“ am Institut für Elektrische Messtechnik und Sensorik an. Im Rahmen des neuen Christian Doppler Labors arbeiten fünf Dissertierende und zwei Senior Scientists an den Forschungsfragen. Sie behandeln neben der robusten Prozessmesstechnik in der Sekundärmetallurgie etwa die messtechnische Erfassung von pneumatischen Förderprozessen, in denen etwa pulverförmige oder körnige Feststoffe mittels Über- oder Unterdruck durch ein Leitungssystem befördert werden.

Schwerpunkte werden auch Sensoren zur verbesserten Durchflussregelung von sogenannten Stranggussanlagen sein, an denen flüssiger Stahl kontinuierlich zu einem Endlosstrang vergossen wird. Weiters geht es auch um die Zustandsüberwachung für Aufbereitungsanlagen und die Alterungsvorhersage für Lithium-Ionen-Batterien.

Bereits 14 Doppler-Labore in Betrieb

Mit der neuen Einrichtung sind an der TU Graz 14 CD-Labors in Betrieb. In den von der Christian Doppler Gesellschaft (CDG) für jeweils sieben Jahre genehmigten CD-Laboren kooperieren Wissenschafter mit innovativen Unternehmen – im aktuellen Fall mit der voestalpine Stahl GmbH, voestalpine Stahl Donawitz GmbH und dem Grazer Technologieunternehmen AVL List GmbH. Das Budget kommt dabei jeweils zur Hälfte von der öffentlichen Hand und den Unternehmenspartnern. Wichtigster öffentlicher Fördergeber ist das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW).