PCR-Test
APA/Georg Hochmuth
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Chronik

PCR-Verzögerungen: AK fordert Klarstellung

Die neue Regelung, dass sich Ungeimpfte für den Arbeitsplatz testen lassen müssen, hat die Testkapazitäten in der Steiermark an ihre Grenzen gebracht: Ergebnisse kommen oft zu spät. Das soll laut AK jedoch nicht zulasten der Arbeitnehmer gehen.

Die Arbeiterkammer wurde am Montag mit hunderten Beschwerden wegen zu spät ausgewerteter PCR-Tests konfrontiert: „Man könnte natürlich sagen, wenn der Arbeitnehmer alles gemacht hat und dann unverschuldet den Test nicht vorlegen kann, dann ist das ein Entgeldanspruch – aber das ist rechtlich völlig offen. Hier muss man das im Einzelfall prüfen. Wir wollen daher als Arbeiterkammer eine Klarstellung im Gesetz und in der Verordnung haben, dass Arbeitnehmer, die ihre Pflicht erfüllt und den Test rechtzeitig gemacht haben, auch keine Sanktionen zu befürchten haben“, so Karl Schneeberger vom Arbeitnehmerschutz der AK Steiermark.

Derzeit ist aber für viele nicht geklärt, was passiert, wenn man aufgrund langer Wartezeiten oder eines nicht eingetroffenen Testergebnisses zu spät oder nicht zur Arbeit kommt.

Steirische Politikspitze für bundeseinheitliche Maßnahmen

Nach einem runden Tisch mit u.a. Ärzten rief die steirische Landesspitze am Montag unterdessen nach bundeseinheitlichen Maßnahmen in Sachen Covid-19. LH Hermann Schützenhöfer (ÖVP) betonte, es brauche keinen Fleckerlteppich an Regelungen.

Schützenhöfer, Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) und LHStv. Anton Lang (SPÖ) hatten sich mit Vertretern von Politik, Verwaltung sowie Ärzteschaft getroffen, darunter der Infektiologe Robert Krause, ärztlicher Direktor der Ordensspitäler, Gerhard Stark, ärztlicher Leiter des Instituts für Krankenhaushygiene sowie der Mikrobiologie Klaus Vander. Weiters war auf Med-Uni-Rektor Hellmut Samonigg geladen.

„In der Steiermark haben 77 Prozent der impffähigen Personen ab zwölf Jahren bereits eine Erstimpfung erhalten – das sollte keinesfalls außer Acht gelassen werden“, betonte die Landesspitze. Gesundheitslandesrätin Bogner-Strauß sagte, jeder könne mithelfen, die Situation zu entspannen: „Bitte tragen Sie Maske, bitte desinfizieren Sie Ihre Hände und halten Abstand. Und nicht zuletzt: Helfen Sie mit, Menschen davon zu überzeugen, dass letztendlich nur die Impfung uns dauerhaft aus der Pandemie bringen wird.“ Die drei Politiker waren sich einig, dass die bundesweite Impfpflicht für Bedienstete der Gesundheitsberufe ein wichtiger Schritt sei.

Teststationen werden „überrannt“

Der Ansturm auf PCR-Tests war auch am Montag wieder enorm. Vorige Woche wurden allein an den steirischen Teststraßen 200.000 Tests durchgeführt – doch die Kapazitäten stoßen an ihre Grenzen. Wer in den vergangenen Tagen einen Coronatest gemacht hat, der kennt das Problem: die Wartezeiten sind deutlich länger geworden, vor allem seitdem die 3-G-Regel am Arbeitsplatz gilt.

Das hat laut Gerhard Kobinger, Präsident der Apothekerkammer Steiermark dazu geführt, „dass wir regelrecht überrannt werden, wir haben lange Schlangen vor den Apotheken, die sich sich für das Testen anstellen“. Viele Apotheken hätten bereits zusätzliches Personal aufgenommen, so Kobinger, noch mehr Tests zu machen sei aber kaum möglich- da müsste dann das Land die Testraßen aufstocken.

Vom Land heißt es dazu, man habe in kürzester Zeit 19 zusätzliche Testspuren aufgebaut, doch auch hier sei man am Limit, sagte der steirische Testkoordinator Harald Eitner: Das Personal für die Teststraßen ist sehr schwierig zu bekommen. Wir sind nicht mehr in einem Lockdown und die Arbeitsmarktsituation ist nicht vergleichbar mit einer Situation vor einem Jahr, als es noch genug Kräfte am Arbeitsmarkt gegeben hat."

Keine Test-Räumlichkeiten, Probleme in den Laboren

Doch nicht nur das Personal fehlt, auch die Räumlichkeiten die man im Lockdown im Vorjahr für das Testen verwendet habe, wie Turnhallen oder Veranstaltungshallen, stünden nicht frei, sagte Eitner: „Wollte man die sozusagen noch weiter ausdehnen, müsste man sich zusätzliche Standorte suchen und das geht ganz sicher nicht von heute auf morgen.“

Aber auch die Labore könnten auf Grund der vielen positiven Tests und der hohen Zahl an infizierten oder abgesonderten Mitarbeiter einfach nicht mehr Test auswerten: „Hier glaube ich mittlerweile, dass wir in Österreich, nämlich gesamtösterreichisch gesehen, an die Grenzen dessen gestoßen sind, was die Labore zu leisten imstande sind.“ Das führe auch immer wieder dazu, dass PCR-Test-Ergebnisse verspätet eintreffen würden. Auch hier sei ein kurzfristiger weiterer Ausbau wohl kaum möglich, so Eitner am Montag.