Politikwissenschaftler und Universitätsprofessor Klaus Poier
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Politik

Politikexperte rechnet nicht mit Neuwahlen

Am Montag wird Martin Polaschek als neuer Bildungsminister angelobt. Der Grazer Universitätsprofessor und Politikwissenschafter Klaus Poier sieht in seinem Noch-Rektor eine gute Wahl; mit Neuwahlen rechnet er nicht.

Klaus Poier, der als Universitätsprofessor an der Uni Graz arbeitet, begrüßt es, dass Rektor Martin Polaschek neuer Bildungsminister wird: „Ich kenne ihn wirklich schon sehr lange, er ist ein absoluter Experte in diesem Bereich, ein anerkannter Wissenschaftler, aber auch ein erfahrener Manager an der Universität. Er kennt den Hochschulbereich wirklich in- und auswendig“, betonte Poier im „Steiermark heute“-Sonntagsgespräch.

„Gestaltend in die Zukunft eingreifen“

Poier sieht die erste Aufgabe Polascheks darin, die Schulen und Universitäten gut durch die Pandemie zu bringen, „aber ich bin sicher, er hat schon die eine oder andere Idee über Dinge, wo er denkt, dass man etwas ändern soll, und ich glaube, er wird sicher auch gestaltend in die Zukunft der Universitäten und Schulen eingreifen.“

Thomas Weber im Gespräch mit Politikwissenschafter Klaus Poier

Am Montag wird Martin Polaschek als neuer ÖVP-Bildungsminister angelobt. Der Grazer Universitätsprofessor und Politikwissenschafter Klaus Poier sieht in seinem ehemaligen Rektor eine gute Wahl. Mit Neuwahlen rechnet Poier nicht, wie er am Sonntag im „Steiermark heute“-Gespräch sagte.

„Nicht alles so, wie es nach außen scheint“

Den Politikwissenschaftler habe zudem nicht überrascht, mit welchem Selbstbewusstsein die Landeshauptleute zuletzt nach außen hin aufgetreten sind: „Ich glaube, dass in den letzten Jahren auch nicht alles so war, wie es nach außen geschienen hat. Sebastian Kurz hat sicher eine dominante Rolle in der ÖVP gespielt, aber er war auch einer, der viel kommuniziert hat, sich viel informiert hat und viel telefoniert hat. Und was man aus der Volkspartei immer gehört hat, war, dass er auch die Landeshauptleute regelmäßig miteingebunden hat – das war nur in der Öffentlichkeit nicht so erkennbar.“

Poier rechnet nicht mit Neuwahlen

Poier glaube nicht, dass sich an der tatsächlichen Machtverteilung und den Entscheidungsstrukturen etwas geändert habe. Trotz der „unruhigen Rahmenbedingungen“ sieht der Politikwissenschaftler eine Chance für die neue Regierung, wieder zur Ruhe zu kommen: „Ich glaube aber, dass beide Parteien nicht wirklich einen großen Sinn in Neuwahlen sehen werden, ich denke, dass sie jetzt die Chance haben, gut zusammenzuarbeiten und das Regierungsprogramm abzuarbeiten, und mich würde es gar nicht wundern, wenn diese Regierung bis zum Ende der Legislaturperiode halten wird.“