Impfpass
APA/Georg Hochmuth
APA/Georg Hochmuth
Coronavirus

Gefälschte Impfpässe: Schladming distanziert sich

Im Vorfeld des Nightrace in Schladming führt die Polizei seit Tagen verstärkt CoV-Kontrollen auf Skihütten und in Apres-Ski-Bars durch – dabei wurden auch schon gefälschte Impfpässe sichergestellt. Die Gemeinde Schladming distanziert sich.

Der Bezirk Liezen gilt als steirischer CoV-Hotspot: Die 7-Tage-Inzidenz liegt deutlich über allen anderen steirischen Bezirken – Tendenz steigend. Sowohl Schladming als auch die Nachbargemeinde Haus im Ennstal sind seit Tagen an der Spitze des Rankings mit aktiv Infizierten pro 1.000 Einwohner.

Bei den Behörden und der Polizei gehen auch immer wieder Hinweise auf „schwarze Schafe“ in der Gastronomie ein – bei Kontrollen auf Skihütten am Freitag wurden bei rund 150 Überprüfungen allerdings keine Verstöße festgestellt. Die Alpinpolizisten überprüften dabei vor allem die 2-G-Nachweise bei den Gästen und die 3-G-Nachweise bei den Angestellten.

„Gefälschte Impfpässe erworben und verkauft“

Bei Razzien in Schladminger Bars sowie bei deren Betreibern zu Hause wurden vergangene Woche aber sehr wohl rund ein Dutzend gefälschter Impfpässe entdeckt: Wie die Landespolizeidirektion Steiermark am Montag bekanntgab, werden Ermittlungen gegen neun Verdächtige geführt. Ein Barbetreiber gestand, dass er gefälschte Impfpässe erworben und bis auf einen auch weiterverkauft hat, ein anderer Lokalbetreiber soll ihn bei der „Bestellung“ unterstützt haben.

Ausgangspunkt der Ermittlungen war ein anonymer Hinweis aus Salzburg, schildert Polizeisprecher Markus Lamb: Es hieß, dass in einer Apres-Ski-Bar in Schladming gefälschte Impfpässe verwendet würden – nach den ersten Ermittlungen erhärtete sich der Verdacht. Daraufhin ordnete die Staatsanwaltschaft Leoben Hausdurchsuchungen an.

Barbetreiber teilweise geständig

Einer der beiden Barbetreiber gestand bei den Vernehmungen, dass er sieben gefälschte Impfpässe gekauft und bis auf einen alle anderen weiterverkauft hat. Auch bei seinem Komplizen, der ebenfalls einen Gastronomiebetrieb in Schladming führt, wurden gefälschte Impfpässe sichergestellt. Insgesamt waren es knapp ein Dutzend. Bei den Hausdurchsuchungen wurden weiters zahlreiche Datenträger gefunden, die nun ausgewertet werden. Die neun Verdächtigen werden wegen des Verdachts der Urkundenfälschung angezeigt, nach den Hintermännern werde noch gesucht.

Kein Verständnis bei der Gemeinde

Die Gemeinde Schladming, die Planai-Hochwurzen-Bahnen und der Tourismusverband reagierten in einer gemeinsamen Aussendung – und haben kein Verständnis für dieses Fehlverhalten. Der Schladminger Bürgermeister Hermann Trinker ist erzürnt: „Leider gibt es auch bei uns Menschen, die sich über alles hinwegsetzen, die kriminell sind und alle Regeln brechen, und das geht natürlich alles zu Lasten der Region und zu Lasten der Tourismuswirtschaft, und da bin ich sehr froh, dass das alles aufgedeckt wurde und dass ihnen das Handwerk gelegt wurde.“

Das Schladminger Nightrace

Der erste Durchgang beginnt am Dienstag um 17.45 Uhr, der zweite um 20.45 Uhr – ORF1 überträgt live, ebenso Radio Steiermark, das bereits ab 13.00 Uhr in einem „Radio Steiermark-Extra“ aus Schladming berichtet.

Verstärkte Kontrollen rund um das Nightrace

Auch im Umfeld des Nightrace am Dienstag wird weiter streng und verstärkt kontrolliert, so Polizeisprecher Markus Lamb: Die Bereitschaftseinheit wird in Schladming für Ordnung sorgen, aber auch Alpinpolizisten und Sprengstoffexperten mit Hunden werden im Dienst sein.

Weniger Beamte, aber ähnlicher Aufwand

Da statt knapp 50.000 nur 1.000 Zuschauer erlaubt sind, ist das Aufgebot an Beamtinnen und Beamten geringer als bei einem normalen Nightrace, der Aufwand und die Planung seien aber gleich umfassend. Außerdem wird auch mit Schaulustigen gerechnet, die man gegebenenfalls in die Schranken weisen wird müssen – zu sehen werde aber ohnehin nicht viel sein, denn außerhalb der Tribünen werden Sichtschutzzäune aufgebaut, betont Lamb. Die erlaubten 1.000 Zuschauer werden auf zugewiesene Sitzplätze auf den Tribünen aufgeteilt.