Ärztin zieht Spritze für Covidimpfung auf
APA/Barbara Gindl
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Coronavirus

WHO-Krisenmanager: Kein Pandemie-Ende in Sicht

Der steirischer WHO-Krisenmanager Gerald Rockenschaub glaubt nicht an rasches Ende der CoV-Pandemie – Lockerungen seien nach der Omikronwelle aber in Sicht.

Die CoV-Neuinfektionen steigen fast täglich auf neue Rekorde. Der Krisenmanager der WHO, seit einigen Wochen der Steirer Gerald Rockenschaub, streut aber ein wenig Zuversicht: Nach dieser Welle – das zeige sich in anderen Ländern – könne man CoV-Maßnahmen wieder zurückfahren; ein Ende der Pandemie sei aber noch nicht in Sicht, so der Experte.

„Bei weitem noch nicht in der Endemie angekommen“

Der Brucker ist bei der WHO Direktor für gesundheitliche Notlagen in Europa. Er sagt, der Weg von der Pandemie zur Endemie, also dass nur wenige Menschen schwer am Virus erkranken, sei noch nicht sichtbar: „Wir sind also bei weitem noch nicht in der Endemie angekommen, aber wir scheinen auf einem guten Weg dorthin zu sein, formulieren wir es einmal so.“

Lockerungen in Ländern mit hohen Impfraten

Spanien plant, Corona künftig wie die Grippe zu behandeln und reduziert die Schutzmaßnahmen drastisch, und auch in Dänemark wird es laut Rockenschaub ab 1. Februar Lockerungen geben. Man sehe, dass dort, wo die Impfraten sehr hoch sind und wo man langsam aus dieser Omikronwelle wieder herauskomme, dass man dort zunehmend die Maßnahmen teilweise zumindest schrittweise zurückfahren könne.

Österreich: Noch keine Entwarnung

Was Österreich betrifft, mahnt Rockenschaub aber derzeit noch zur Vorsicht: Es gebe eine Überlastung des Gesundheitswesens und mehr Krankenstände auch in kritischen Bereichen. Die neue Omikron-Variante BA2 scheint sich ähnlich zu verhalten wie die ursprüngliche, so der Experte – sie sei bereits in Österreich angekommen.

Nur mit Impfung aus der Pandemie

Aus Sicht des Krisenmanagers brauche man künftig „verstärkte Investitionen in Vorbereitungen in das Gesundheitssystem, um besser vorbereitet zu sein und eine neue globale Gesundheitsarchitektur, die vor allem darauf ausgerichtet ist, dass internationale Solidarität mehr im Vordergrund steht“. Man müsse Mitte dieses Jahres das WHO-Ziel von 70 Prozent globaler Durchimpfungsrate erreichen – nur so könne man aus der Pandemie herauskommen.