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APA/dpa-Zentralbild/Jens BŸttner
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Coronavirus

Maßnahmen in Kindergärten verschärft

Mit Freitag hat das Land die CoV-Schutzmaßnahmen in Kinderbetreuungseinrichtungen verschärft: Pädagoginnen und Pädagogen, Betreuer sowie anderes Personal müssen nun verpflichtend vom Betreten weg eine FFP2-Maske tragen.

In einer Aussendung am Donnerstag wurde erklärt, dass die Maßnahme aufgrund des Pandemiegeschehens und zur Eindämmung der Verbreitung von Covid-19 nötig sei.

„Maximale Sicherheit“

„Gerade unsere Jüngsten, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen können, benötigen den bestmöglichen Schutz vor einer Infektion. Darüber hinaus ist die maximale Sicherheit des gesamten Personals von essenzieller Bedeutung. Nicht nur für die Gesundheit, sondern auch für die Sicherstellung des Betreuungsangebotes“, so Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP). Ausnahmen gibt es nur in wenigen Fällen, beispielsweise wenn eine Logopädieleistung erbracht wird.

Pädagogische Arbeit extrem eingeschränkt

Die neue Regelung werde umgesetzt, wenn auch mit Bedenken – bestätigten am Freitag die Verantwortlichen der größten privaten Kinderbetreuungseinrichtung bei WIKI, als auch die Volkshilfe sowie die steiermarkweite Sprecherin der Elementarpädagogen, Alexandra Obendrauf. Die pädagogische Arbeit würde die Maske aber extrem einschränken, sagt Obendrauf: „Die Grundlage für unsere Bildungsarbeit ist der direkte Kontakt zu den Kindern und hierbei ist es wirklich wichtig, dass die Kinder unsere Mimik sehen, unser Lippenbild sehen, und das gilt für alle Kinder, und ganz besonders für jene, die einen Sprachförderbedarf haben.“

Mittlerweile sind alle steirischen Kindergärten ausreichend mit den sogenannten Lollipop-Tests ausgestattet, allerdings ist das drei Mal wöchentliche Testen freiwillig. Rund drei Viertel der Kindern werden regelmäßig getestet; wollen Eltern das nicht, dürfen die Kinder trotzdem in den Kindergarten kommen – und das sei auch gut so, so die Pädagoginnen. Sie fordern außerdem auch ein Test-Angebot für die Kinder-Krippe, ebenfalls auf freiwilliger Basis.

Kritik von den Freiheitlichen

Kritik an der Regelung kommt von den steirischen Freiheitlichen: Abgesehen davon, dass eine derartige Verordnung wieder einmal zu kurzfristig erfolgt sei, sei die neue Verordnung „absoluter Unsinn“, so FPÖ-Bildungssprecher Stefan Hermann, der auch einen Appell an die steirische Bildungsreferentin richtet: Anstatt sich neue Verschärfungen in einem solch sensiblen Bereich auszudenken, wäre Landesrätin Bogner-Strauß gut beraten, „endlich die unverhältnismäßigen Maßnahmen für Schulkinder aufzuheben.“

Schule: Schützenhöfer für mögliche Lockerungen

Was die Schulen angeht, sprach sich Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) zuletzt für Lockerungen aus: „In den Schulen wird so viel getestet wie kaum in anderen Bereichen. Sie sind daher ein sicherer Ort.“ Daher könnte die Maskenpflicht für die Schüler auf ihren Sitzplätzen während des Unterrichts fallen. Derzeit gilt für Schüler, Lehr- und Verwaltungspersonal im gesamten Schulgebäude FFP2-Maskenpflicht, wobei für Kinder bis zum Ende der achten Schulstufe auch ein Mund-Nasen-Schutz ausreicht.

Weiterhin nur ein PCR-Test

In den steirischen Schulen gibt es weiterhin nur einen PCR-Test pro Woche. Denn die zuständige ARGE rund um zwei Salzburger Labore ist nach wie vor mit den Mengen überfordert, heißt es von der Bildungsdirektion. Erst in der zweiten Februar-Woche soll die Labor- Infrastruktur soweit sein, zwei PCR-Tests pro Woche bewältigen zu können.

In der Steiermark sind derzeit 336 Klassen im Distance-Learning – Anfang der Woche waren es noch 219. Zudem wurde mit der Volksschule Triesterstraße in Graz eine weitere Volksschule vorübergehend geschlossen – sie soll erst am 6. Februar wieder öffnen, einen Tag nach der Volksschule Engelsdorf, die ja ebenfalls vorübergehend schließen musste – mehr dazu in Erste Grazer Schule wegen CoV-Fällen zu.