Wirtschaft

Fortsetzung der Meisterprämie noch offen

744 Steirer und Steirerinnen haben im Vorjahr die Meister- und Befähigungsprüfung positiv absolviert und sind damit in den Genuss der so genannten Meisterprämie gekommen. Ihre Fortführung auch in diesem Jahr ist aber noch offen.

Seit dem Jahr 2020 stehen in der Steiermark bei positiver Absolvierung der Meister- und Befähigungsprüfung 1.000 Euro als Meisterprämie zu. Diese Anerkennung vom Wirtschaftsressort des Landes soll die Prüfungsgebühren decken; bei Lehrlingen mit Hauptwohnsitz in der Landeshauptstadt übernimmt die Stadt Graz die Hälfte der Kosten.

Meister-Boom trotz Pandemie

Selbst die Pandemie bremste den Fortbildungsdrang offenbar nicht – im Gegenteil: Mit 744 abgelegten Meisterprüfungen im Vorjahr stieg die Zahl der Absolventinnen und Absolventen gegenüber 2020 sogar um 70 – das ist ein Plus von rund zehn Prozent. Der steirische Wirtschaftskammer-Präsident Josef Herk spricht in einer Aussendung von einer „höchst erfreulichen Entwicklung, denn bei der Aus- und Weiterbildung darf es angesichts der angespannten Fachkräfte-Situation keinen Bildungs-Lockdown geben“.

Kfz-Mechaniker Lehrling
ORF
Die meisten Meisterprüfungen wurden im Vorjahr in der Kfz-Technik abgelegt.

Gewerbe und Handwerk auf Platz eins

Die überwiegende Zahl aller Meister- und Befähigungsprüfungen wurde in der Sparte Gewerbe und Handwerk abgelegt, wo die klassischen Handwerksberufe dominieren – so gibt es die meisten neuen steirischen Meisterinnen und Meister in der Kraftfahrzeugtechnik, gefolgt von der Metalltechnik und den Tischlern. Bei den Befähigungsprüfungen liegt das Gastgewerbe vor der Versicherungsvermittlung.

Wirtschaftskammer drängt auf Verlängerung

Angesichts des starken Zuspruchs plädiert die Wirtschaftskammer dafür, die Meisterprämie heuer zu verlängern. Eine entsprechende Zusage des zuständigen Wirtschaftsressorts des Landes sei aber noch ausständig, sagt der Spartenobmann für Handwerk und Gewerbe der Wirtschaftskammer Steiermark, Hermann Talowski: „In der Steiermark sind wir noch im Verhandeln. Das Positive ist, dass die Stadt Graz den Meisterbonus bereits zugesichert hat, und ich hoffe auch, dass das Wirtschaftsressort einlenkt und einsieht, dass das eine gute Sache war.“

Meister auf selber Stufe mit Bachelor

Der Meistertitel wurde in den vergangenen Jahren immer wieder aufgewertet, um seine wirtschaftliche Bedeutung zu unterstreichen: Seit 2018 steht er im Nationalen Qualifikationsrahmen auf derselben Stufe wie der Bachelor; darüber hinaus können seit 2020 alle, die eine Meisterprüfung erfolgreich abgelegt haben, die Bezeichnung „Meisterin“ bzw. „Meister“ auch vor ihrem Namen führen, so dass der Titel auch in amtlichen Urkunden eingetragen werden kann.