Tacho in Pkw mit Anzeige von Tempo 100
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Verkehr

Assistent soll Unfälle und Strafzettel verhindern

Auf der „motionexpo“ in Graz werden an diesem Wochenende sowohl Neuwagen als auch neue Technologien rund ums Auto vorgestellt. Eine dieser Neuerungen, die bereits fix ab Sommer in jedem neu typisierten Fahrzeug kommt, ist ein Geschwindigkeitsassistent.

Der Geschwindigkeitsassistent warnt Autofahrer, wenn sie das Tempolimit überschreiten. Je nach System wird das Fahrzeug über Satellit geortet oder hat Kameras an Bord, die Verkehrszeichen lesen.

Akustisches oder vibrierendes Warnsignal

So sollte das Auto wissen, wie hoch das aktuelle Tempolimit ist, erklärt Friedrich Eppel, ÖAMTC-Experte für automatisierte Mobilität: „Wenn man diese erkannte Geschwindigkeit überschreitet, dann wird ein Warnsignal abgegeben. Das kann akustisch sein, das kann auch sein, dass das Gaspedal etwas strenger wird oder vibriert. Es muss aber immer möglich sein, schneller fahren zu können als die erkannte Höchstgeschwindigkeit ist. Das ist aus Sicherheitsgründen immer unbedingt notwendig.“

Es wird also in Zukunft noch öfter als bisher schon während der Fahrt im Auto Warntöne geben: „Diese Warnung hört nach einer gewissen Zeit auf, das ist ein bisschen abhängig davon, ob es per Lampe ist oder per Gaspedal, das ist unterschiedlich, aber nach einigen Sekunden hört diese Warnung auf.“

Blackbox für die Unfallforschung

Das System wird bei jedem Start des Fahrzeugs automatisch aktiviert, kann allerdings während der Fahrt manuell ausgeschaltet werden. Neu wird auch eine Art Blackbox sein, die die Geschwindigkeitsdaten aufzeichnet, sagt ÖAMTC-Experte Eppel: „Das heißt, wenn ein Unfall passiert, dann werden kurz vorher und kurz nachher Daten aufgezeichnet. Sie dürfen keinem anderen Zweck dienen als der Unfallforschung.“

Letztverantwortung liegt beim Fahrer

Kinderkrankheiten sind in der Anfangsphase wohl vorprogrammiert: Nicht immer erkennt der Satellit oder die Kamera an Bord des Fahrzeugs, wie hoch das tatsächliche Tempolimit gerade ist. Die Letztverantwortung über die Geschwindigkeit liegt aber weiterhin beim Fahrer: „Man kann sich jetzt nicht darauf ausreden, das Fahrzeug hat mir etwas anderes angezeigt. Fahrerinnen und Fahrer müssen immer wissen, wie hoch die maximale Geschwindigkeit ist“, so Eppel.

Eingeführt wird der neue Geschwindigkeitsassistent am 6. Juli dieses Jahres für neu typisierte Fahrzeuge – zwei Jahre später betrifft das dann alle neu zugelassenen Wagen.