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ORF.at/Hummer
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Wirtschaft

AK-Check: Lebensmittel wurden massiv teurer

Ein Preischeck der Arbeiterkammer Steiermark zeigt, dass Lebensmittel im Schnitt um 4,5 Prozent teurer geworden sind. Auf das Jahr gerechnet schlägt sich das mit knapp 260 Euro an Mehrkosten nieder.

Jedes Jahr im Herbst werden von der Arbeiterkammer Steiermark (AK) die Kosten für einen Warenkorb mit Artikeln des täglichen Bedarfs erhoben, zuletzt war das im vergangenen September der Fall – mehr dazu in AK-Warenkorb: Bio wird teurer, Billiges billiger (12.11.2021). Im März dieses Jahres wurden 16 dieser Produkte nun einem weiteren Preisvergleich unterzogen.

Butter und Kartoffeln um 12 Prozent teurer

Dabei zeigte sich, dass die Preise für Lebensmittel seit September im Schnitt um 4,5 Prozent teurer geworden sind. Besonders bemerkbar macht sich die Teuerung etwa bei der Butter – das Viertel ist um 27 Cent und damit um mehr als zwölf Prozent teurer geworden. Im selben Ausmaß sind die Preise für ein Kilo Kartoffeln gestiegen, hier betrug die Preissteigerung in absoluten Zahlen 16 Cent.

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21 Euro monatliche Mehrkosten

In Summe schlagen sich diese Cent-Beträge deutlich auf die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben nieder. Für einen Drei-Personen-Haushalt betrugen diese für Ernährung und alkoholfreie Getränke zuletzt noch 478,38 Euro, mittlerweile liegen die Kosten deutlich höher: „Mit der von uns festgestellten Erhöhung von 4,5 Prozent sind das jetzt 499,95 Euro oder ein monatliches Plus von 21,57 Euro“, schildert Susanne Bauer, Leiterin der AK-Marktforschung. Die jährlichen Mehrkosten für Lebensmittel betragen damit knapp 260 Euro – zusätzlich zu den Kostensteigerungen bei Energie, Treibstoff und Wohnen.

Teils „kein Grund für Preissteigerung“

Die Arbeiterkammer sieht die Preissteigerungen sehr kritisch, denn nicht jede Erhöhung könne mit der aktuellen Kostenexplosion begründet werden, heißt es. So seien viele Güter, wie etwa Getreide, noch im Vorjahr hergestellt worden, also zu einer Zeit, in der die Produktionskosten noch günstiger waren. AK-Präsident Josef Pesserl fordert daher mehr Transparenz: „Die Produkte gehören differenzierter betrachtet. Und vor allem dort, wo Subventionen geflossen sind, also den Produzenten Hilfen gewährt wurden, sollte es keinen Grund für so massive Preissteigerungen geben.“

Umgekehrt seien die steigenden Produktionskosten teils noch gar nicht angekommen und dürften erst noch aufschlagen – wie stark das heuer noch die Lebensmittelpreise beeinflussen wird, könne man laut AK derzeit aber nicht seriös beantworten. Man wolle die weitere Preisentwicklung jedenfalls weiterhin genau beobachten, heißt es.