Themenbild: Ein Hacker versucht ein Computerpass-Wort zu knacken
APA/dpa/Oliver Berg
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Technik & IT

Cyberattacken seit Ukraine-Krieg im Steigen

Eine Auswertung von Daten, die steirische Cyber-Berater erhoben haben, zeigt: Die Zahl der Hacker-Angriffe in Österreich ist seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs um bis zu 14 Prozent gestiegen. Teils dürften die Angriffe wohl auch politisch motiviert sein.

Neben dem Angriffskrieg mit Panzern und Truppen in der Ukraine, spielt sich unter der Oberfläche offenbar auch ein zunehmender Cyber-Krieg ab, der aber nur schwer zu fassen ist – denn Privatunternehmen müssen Cyber-Attacken auf ihre Infrastruktur nicht veröffentlichen und tun das oft auch nicht.

Sichtbare Zunahme, aber hohe Dunkelziffer

Die Dunkelziffer solcher Angriffe ist entsprechend groß, sagt Markus Seme, Chef des Beratungsunternehmens BearingPoint in Premstätten bei Graz. Software, die Cyber-Angriffe verhindert, liefere aber Daten über die Anzahl der zumindest versuchten Attacken. BearingPoint und der Israelische Partner Check-Point werteten diese Daten aus, und das Ergebnis zeigt, dass die Zahl der Cyber-Angriffe in Europa seit Beginn des Ukraine-Krieges um zehn bis 14 Prozent anstieg: „Österreich reiht sich da ganz gut in diese zehn bis 14 Prozent in Europa ein. Genauer kann ich es dann eigentlich schon nicht mehr sagen.“

Politisch motivierte Angriffe vermutet

Man könne davon ausgehen, dass auch schon österreichische Firmen Ziel eines politisch motivierten Hacker-Angriffs waren, also etwa eines Angriffs aus Russland, sagt Seme, doch auch das sei nur schwer zu belegen: „Ob jetzt der Grund wirklich ein politisch motivierter war, ist schwer zu sagen, weil wir von ersten Fällen wissen, wo Cyber-Versicherungen das Auszahlen von Schadensersatz aussetzen, wenn ein politischer Hintergrund existiert.“ Besonders Unternehmen, die sich aus Russland zurückgezogen haben, sollten jedoch gewappnet sein für derartige Angriffe, meint Seme und rät, Netzwerke besser abzusichern und die Belegschaft im Umgang mit Spam-Mails gut zu Schulen.

Hacker ändern ihre Taktik

Doch auch die Hacker selbst würden ihre Taktik ändern und sich nicht mehr zu einer politischen Seite bekennen, „weil sie einfach sehen, wenn sie politisch motivierte Angriffe setzen, dann ist es für die betroffenen Unternehmen viel schwieriger, an Geld zu kommen – und das bedroht natürlich auch ihr eigenes Geschäftsmodell.“