Müllsammeln in der Natur
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Umwelt

Studie untersucht Böden auf Mikroplastik

700 Kilogramm Plastikmüll landen sekündlich im Meer, doch auch die Böden dürften stark belastet sein. Welche Auswirkungen das genau auf Umwelt und Lebewesen hat, soll eine neue Studie unter steirischer Beteiligung klären.

„PLASBo“ nennt sich das bundesweite Projekt, über das die Plastik- und Mikroplastik-Vorkommen in Böden bestimmt und untersucht werden sollen – und das sei dringend notwendig, betont Gertrude Billiani, die das zuständige Referat für Boden- und Pflanzenanalytik im Land Steiermark leitet: „Während Plastik und Mikroplastik in Gewässern schon längst Gegenstand der Forschung sind, steht die Forschung bei Plastik und Mikroplastik in Böden erst am Anfang.“

Proben von Äckern, Skipisten und Wanderwegen

So mussten sich die Experten und Expertinnen der einzelnen Bundesländer zunächst auch erst einmal auf eine einheitliche Methode bei der Proben-Entnahme einigen – bei der Wahl, wo die Bodenproben entnommen werden, haben die Forscher dagegen freie Hand, so Billiani: „Zum Beispiel bei den Wasserschutzbauern haben wir schon erste Proben genommen; teilweise auf Äckern, wo Klärschlamm aufgetragen worden ist, auch auf Äckern, wo Kompost aufgebracht wird; auch Skipisten wollen wir nehmen. Und Kollegen vom Naturschutzreferat haben gefragt, ob wir nicht im Gesäuse Proben nehmen und untersuchen wollen – zum Beispiel, ob es einen Abrieb von Wandersohlen gibt.“

Erste Ergebnisse im kommenden Jahr

Österreichweit sollen insgesamt rund hundert Bodenproben entnommen werden; nächstes Jahr will das Projekt, das von den Bundesländern, dem Landwirtschaftsministerium, dem Umweltbundesamt und der AGES ins Leben gerufen wurde, die ersten Ergebnisse präsentieren.

Erste Datenauswertungen legen aber bereits jetzt nahe, dass die Belastung der Böden durch Mikroplastik beträchtlich sein dürfte, denn sind Plastikpartikel erst einmal im Boden, bleiben sie dort für Jahrhunderte und werden Teil einer komplexen Mischung aus organischem und mineralischem Material, das auch in die Nahrungskette von Tier und Mensch gelangen kann. Schon jetzt nimmt der Mensch pro Woche fünf Gramm Mikroplastik über die Nahrung zu sich – mehr dazu in Einfluss von Mikroplastik auf Darmkrebs (30.3.2022).