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Wirtschaft

Firmeninsolvenzen stark gestiegen

Die Zahl der Insolvenzen ist im ersten Quartal des heurigen Jahres stark gestiegen – die Firmeninsolvenzen haben sich im Vergleich zum Vorjahr in Österreich mehr als verdoppelt. Auch in der Steiermark nahmen die Pleiten zu.

Laut dem Gläubigerschutzverband Creditreform stiegen in der Steiermark die Firmeninsolvenzen im ersten Quartal 2022 um 60 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres an: In den ersten drei Monaten des heurigen Jahres waren 109 steirische Unternehmen zahlungsunfähig, um 41 mehr als im ersten Quartal 2021. Die Firmeninsolvenzen erreichen damit fast das Vorkrisenniveau.

CoV-Hilfen liefen aus

Die meisten Insolvenzanträge verzeichneten das Bauwesen und der Handel. Als Hauptursache sieht der Gläubigerschutzverband unter anderem das Auslaufen der staatlichen Corona-Hilfen, ebenso sind die öffentlichen Gläubiger wie das Finanzamt und die ÖGK wieder im Normalbetrieb und stellen vermehrt Insolvenzanträge – mehr dazu in Zahl der Insolvenzen gestiegen (news.ORF.at).

Bei vielen Unternehmern ist auch der Umsatz nach den zahlreichen Lockdowns und CoV-Maßnahmen nicht wie erwartet zurückgekommen, sodass Ratenvereinbarungen häufig nicht mehr bedient werden konnten, und Lieferkettenprobleme und teurere Rohstoffe taten ihr Übriges.

Vor allem Klein- und Kleinstunternehmen betroffen

Am stärksten betroffen waren Klein- und Kleinstunternehmen – laut Creditreform haben sie nicht die Finanzkraft oder schlichtweg die Möglichkeit, höhere Einkaufspreise an die Kunden weiterzureichen, und sind daher gezwungen, Insolvenz anzumelden.

Dieser Trend werde sich auch für das Gesamtjahr 2022 fortsetzen: Creditreform-Geschäftsführer Gerhard Weinhofer erwartet österreichweit rund 5.000 Firmeninsolvenzen; bei den Privatpleiten geht Weinhofer von einem Anstieg auf über 9.000 Insolvenzen aus.