K.O. Tropfen werden in Flasche gefüllt
APA/dpa/Nicolas Armer
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Chronik

K.O.-Tropfen: Initiative soll sensibilisieren

Das Land Steiermark startet eine Initiative zum Thema K.O.-Tropfen: Mit der Kampagne „K.O.mmt mir nicht ins Glas!“ will man sensibilisieren und setzt dabei auf verstärkte Bewusstseinsbildung bei Jugendlichen und Gastwirten.

Als K.O.-Tropfen werden Substanzen bezeichnet, die je nach Dosierung von Benommenheit bis zur Bewusstlosigkeit führen können. Oft werden diese unbemerkt werden in Getränke gemischt, um gezielt Gewaltverbrechen bzw. sexuelle Übergriffe zu begehen.

„Jedes Mal ein Vorsatz“

Ein wichtiges Thema, bei dem Bildungslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) mit der neuen Kampagne auf Prävention setzen will: „Jedes Mal, wenn diese Tropfen zum Einsatz kommen, ist ein Vorsatz, und wir müssen einfach schauen, dass wir sensibilisieren. Es gibt wenige Fälle, aber jeder Fall ist einer zu viel, weil die Frage ist immer, was folgt, nachdem diese K.O.-Tropfen jemandem ins Glas geleert worden sind – da kommt es hinterher oft zu sexuellen Übergriffen und dergleichen.“

Bewusstsein schaffen

Für die Kampagne „K.O.mmt mir nicht ins Glas!" werden vom Land Steiermark rund 15.000 Euro in die Hand genommen. Mit an Bord sind unter anderen die Stadt Graz und die Wirtschaftskammer sowie das Jugendmanagement LOGO. Für Projektkoordinator Johannes Heher geht es vor allem darum, Informationen leicht verständlich bereitzustellen: „Für uns als LOGO ist immer das Ziel, die jungen Menschen zu informieren, um Bewusstsein zu schaffen und sie dann auf dem selbstständigen Weg zum Erwachsenwerden zu begleiten – das heißt, großes Bewusstsein schaffen, um kompetent mit dem Thema umgehen zu können.“

Beziffern lassen sich die Fälle in der Steiermark nicht, so Claudia Kahr von VIVID, der Fachstelle für Suchtprävention: „Wir können leider nicht beziffern, wie viele Fälle es gibt, weil oft die Betroffenen selbst nicht wissen, dass sie K.O.-Tropfen genommen haben, und aus diesem Grund wird dann auch bei möglichen Anzeigen das oft nicht erwähnt.“

Plakate, Bierdeckel, Schulungen

Geplant sind neben Plakaten und Bierdeckeln mit Informationen auch Beratungsangebote sowie Schulungen für JugendarbeiterInnen, die von VIVID durchgeführt werden.