Die Kreuzotter in freier Wildnis.
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Chronik

Schlangenbisse laut Experte „eher Ausnahme“

Nach gleich zwei Schlangenbissen am Wochenende in Oberösterreich und in der Steiermark, stellt sich die Frage, ob die Zahl solcher Vorfälle steigt. Der steirische Experte Werner Stangl aber entwarnt: Die Population gehe eher zurück.

In der Steiermark wurde am Wochenende eine Wanderin in Mariazell von einer giftigen Höllenotter gebissen und musste ins Spital geflogen werden – mehr dazu in Hubschraubereinsatz nach Schlangenbiss. In Oberösterreich wurde ein Radfahrer, ebenfalls von einer Höllenotter, gebissen und ärztlich versorgt – mehr dazu in Bange Minuten nach Schlangenbiss (ooe.ORF.at).

Mehr Sichtungen durch heißes Wetter

Generell werden derzeit viele Schlangen gesichtet, auch in Großstädten. Das habe mit dem heißen Wetter, der Nahrungssuche und der Paarungszeit zu tun, sagt der steirische Schlangenexperte Werner Stangl, aber auch das Vordringen des Menschen in den Naturraum der geschützten Tiere trage dazu bei, dass Schlangen immer häufiger wahrgenommen werden: „Es werden die Lebensräume teilweise zerstört und dadurch fällt uns natürlich auf, dass wir diese Tiere haben, weil die können uns Menschen nur noch schwer ausweichen. Wir haben selbst in der Grazer Innenstadt immer mehr Schlangenfunde, wo man eigentlich sagt – da ist nur mehr Beton, da kann es gar nichts geben.“

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Schlangenpopulation eher rückläufig

Von einem Schlangenjahr zu sprechen, sei aber Unsinn, so Stangl, der eher von einer Abnahme der heimischen Schlangenpopulation spricht. Auch das Einwandern neuer Giftschlagen schließt der Schlangenexperte, der auch zu den Vorfällen am Wochenende ermittelt, aus: „Diese Höllenotter, wie sie genannt wird, ist eigentlich nur die schwarze Form einer Kreuzotter. Bei diesen Tieren ist es so, dass kreislaufgeschwächte Personen oder schwache Personen wie kleine Kinder und alte Personen sich schon ins Spital begeben müssen. Bei unserer zweiten Giftschlange, der Hornviper, da muss man ins Spital.“

Bundesweit rund 40 Bisse pro Jahr

Dass man von einer Schlange gebissen wird, sei eher die Ausnahme und selbst dann seien etwa 30 Prozent der Bisse sogenannte trockene Bisse, es wird also gar kein Gift übertragen, betont Stangl. Nach einem Schlangenbiss sei aber jedenfalls auf auftretende Beschwerden zu achten: „Das heißt, wenn Gift eingedrungen ist, brennt das und es ist nicht zu übersehen“. Etwa 40 Menschen werden in Österreich jährlich nach einem Schlangenbiss stationär behandelt, daran gestorben ist, so Schlangenexperte Werner Stangl, seit Jahrzehnten keiner mehr.